Jetzt Führungen durch das Mendelsohn-Haus in Olsztyn

Jetzt Führungen durch das Mendelsohn-Haus in Olsztyn

Häuser hat Erich Mendelsohn in San Francisco genauso gebaut wie in Tel Aviv und Jerusalem. Sein erstes aber steht in Olsztyn, dem früheren Allenstein im Nordosten Polens. 100 Jahre nach der Fertigstellung ist es wieder zugänglich.

Das erste von Erich Mendelsohn entworfene Gebäude steht in Olsztyn im Nordosten Polens. Genau 100 Jahre nach seiner Fertigstellung ist es wieder zugänglich, und es gibt nun regelmäßig Führungen, wie das Polnische Fremdenverkehrsamt mitteilt.

Der jüdische Architekt, der 1887 in der Stadt geboren wurde und dort zum Gymnasium ging, hat das Haus entworfen, als er für sein Studium bereits in Berlin lebte. Es ist das einzige Gebäude des Architekten in seiner Heimatstadt, die damals Allenstein hieß.

Berühmt wurde Mendelsohn, der zusammen mit Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe zu den wichtigsten Architekten der 1920er Jahre zählte, durch ganz andere Projekte: Er hat in Deutschland unter anderem das Gebäude entworfen, in dem die Berliner Schaubühne zu Hause ist oder auch den Einsteinturm in Potsdam. Aber auch in Oslo, London, Tel Aviv, Haifa und Jerusalem, St. Louis, Cleveland und San Francisco stehen Mendelsohn-Bauten.

Im Vergleich dazu ist sein Erstlingswerk von außen eher unscheinbar. Der Jüdische Friedhof, an dessen Rand das Gebäude einst stand, ist verschwunden, die Gräber wurden nach dem Zweiten Weltkrieg eingeebnet. Das auf Hebräisch als Bet Tahara, Haus der Reinigung, bezeichnete Gebäude wurde nicht mehr genutzt, die Bausubstanz litt entsprechend über die Jahrzehnte. Seit 2005 bemühte sich die Kulturvereinigung Borussia darum, das Gebäude vor dem Verfall zu retten und schließlich instand zu setzen. Inzwischen sieht es wieder so aus wie in dem Entwurf Mendelsohns - als Jahr der Fertigstellung gilt 1913.

Mitarbeiter der Kulturvereinigung bieten auf Anfrage Führungen durch das Mendelsohn-Haus an - auf Polnisch, Russisch, Deutsch und Englisch. Die Teilnahme ist kostenlos. Borussia hat inzwischen selbst ihren Sitz ein einem benachbarten Gebäude. Das Mendelsohn-Haus wird auch für Kulturveranstaltungen genutzt: So ist für den 10. Mai beispielsweise eine Szenische Lesung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung geplant. Dabei werden auf Deutsch Texte der Autoren gelesen, die die Nazis verfolgt haben und deren Bücher sie 1933 in Flammen aufgehen ließen, darunter Bert Brecht, Erich Kästner und Anna Seghers.

Informationen:

Fundacja Borussia, Dom Mendelsohna, ul. Zyndrama z Maszkowic 2, 10-133 Olsztyn, Tel.: 0048 89 523 72 93

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Webseite der Kulturvereinigung Borussia (dt./russ./pol.)