Förderung für Bad Breisig: Kommunalpolitiker rätseln, was Identitätsentwicklung ist

Förderung für Bad Breisig : Kommunalpolitiker rätseln, was Identitätsentwicklung ist

In Bad Breisig fragt man sich, für welche Maßnahmen Fördermittel aus den EU-Entwicklungsprogrammen abgerufen werden sollen.

. „LEADER“, „LILE“, „ELER“, „EPLR EULLE“ – wenn man es mit einem Entwicklungsprogramm der EU zu tun bekommt, mit dem eigentlich bloß Maßnahmen im ländlichen Raum gefördert werden sollen, dann kann man sich mit feinen Abkürzungen beschäftigen. Zur Leader-Region Rhein-Eifel gehören Mayen, die Verbandsgemeinden Vordereifel, Brohltal, Adenau und Bad Breisig. Das Ziel der Leader-Projekte liegt in der „Entwicklung einer regionalen Identität“. In diesem Sinne gilt es, Fördergelder für Maßnahmen einzustreichen, die dem Zweck der regionalen Identitätsentwicklung dienlich sind. Doch was ist das überhaupt? In Bad Breisig steht die Kommunalpolitik vor einem kleinen Rätsel.

Lokale integrierte ländliche Entwicklungsstrategien (LILE) sollen in Startprojekten dargestellt werden. Wohnen und Leben, Tourismus und Wirtschaft, Natur und Landschaft wurden dabei als denkbare Handlungsfelder definiert. Die „Anpassung an den demografischen Wandel“, der „Ausbau des Landschaftserlebens und der regionalen Wirtschaftsstrukturen“, der „Erhalt und die Entwicklung der besonderen landschaftlichen Potenziale“ sind solche Felder, die mit einem „begleitenden Regionalmanagement“ beackert werden sollen.

Als ein denkbares Projekt der Verbandsgemeinde Bad Breisig wurde unter der Überschrift „Sprachgrenze Vinxtbachtal“ eine Idee vorgeschlagen, die es nun mit sehr viel Kreativität auszufüllen gilt. Gemeint ist die historisch belegte Sprachgrenze zwischen Ober- und Niedergermanien. Daraus müsste sich doch was machen lassen, so die Verbandsgemeindeverwaltung. „Ein konkretes Projekt kann ich mir darunter nicht vorstellen“, meinte Hans-Josef Marx (FWG). Und: „Es fällt mir schwer, zu erkennen, was das bringen soll.“ Er sehe sich nicht in der Lage, jemandem zu erklären, wofür das Fördergeld in diesem Fall ausgegeben werde.

Sechs Projekte in der Region sollen mit insgesamt 246 000 Euro unterstützt werden. Macht zumindest rein rechnerisch 41 000 Euro pro Maßnahme. Erste Projektskizzen konnten bis zum 1. Juni eingereicht werden, am 1. August folgte ein weiterer Projektaufruf. „Wir brauchen ein Projekt, das sich erfolgreich am Markt durchsetzen kann und ein Alleinstellungsmerkmal darstellt“, meinte Bürgermeister Bernd Weidenbach (CDU). Das wie auch immer geartete „Ausschlachten“ der historischen Sprachgrenze könne da Potenzial bieten.

Im Hauptausschuss der Verbandsgemeinde zeigte man sich zurückhaltend. Nun soll die Leader-Regionalmanagerin nach Bad Breisig gebeten werden, damit sie bei der Ideenfindung und Ideenumsetzung ein wenig weiterhilft.