Krabbeltiere fühlen sich auf Streuobstwiesen besonders wohl

Es brummt und surrt überall. Wespen schwirren durch die Luft. Einige von ihnen haben hoch im Baum einen fauligen, braunen Apfel entdeckt. Was für ein Leckerbissen!

 Obstbäume stehen auf der Streuobstwiese kreuz und quer.

Obstbäume stehen auf der Streuobstwiese kreuz und quer.

Der Apfel hat auch schon lauter kleine Löcher. Durch sie können die Wespen bequem ins Innere des Apfels kriechen und von dem fauligen Fruchtfleisch naschen. Ein paar Vögel sind eilig aus der Baumkrone davongeflattert. Wir haben sie wohl aufgeschreckt.

Auf den ersten Blick sieht diese Wiese in Schwerte in Nordrhein-Westfalen aus wie eine Wildnis. Apfelbäume, Birnbäume und Zwetschgenbäume stehen wild verstreut auf der Wiese herum. Das Gras ist so hoch, dass es einem teilweise bis zur Hüfte reicht. Doch diese kleine Wildnis ist nicht wirklich wild. Wiesen wie diese gibt es nur deshalb, weil Menschen dort Obstbäume kreuz und quer gepflanzt haben. Man nennt sie Streuobstwiesen.

"Streuobstwiesen sind sehr wertvoll, weil auf ihnen keine Gifte eingesetzt werden dürfen und sie Lebensräume für viele Tiere schaffen", sagt Ralf Bilke von der Umweltschutz-Organisation BUND. In Baumhöhlen nisten Vögel, unter der Baumrinde krabbeln kleine Maden, in der Wiese leben unzählig viele Insekten, Käfer und Spinnen. Und im Frühjahr gibt es eine Blütenpracht, die viele Bienen anzieht. Weil Streuobstwiesen so wertvoll sind, achten auch Umweltschützer auf sie. Die Bäume dort müssen etwa immer wieder geschnitten und in Form gebracht werden. Sie sollen gerade wachsen und später einmal viele Früchte tragen. Aus den geernteten Äpfeln macht man zum Beispiel Apfelsaft oder Apfelmus. Aus den Zwetschgen wird Marmelade oder ein leckerer Kuchen.

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