Die Leiche im Rebenhang Mayschoss dient als Kulisse der Serie "Weinberg"

MAYSCHOSS · Die TV-Serie "Weinberg" läuft seit Dienstag auf dem Bezahlsender "TNT". Der idyllische Ort Kaltenzell aus der Serie ist in Wirklichkeit das kleine Weindorf Mayschoss an der Ahr. Dort fanden teilweise die Dreharbeiten statt.

 Dreharbeiten auf dem Mayschosser Dorfplatz: Der Film-Bürgermeister hält eine Ansprache.

Dreharbeiten auf dem Mayschosser Dorfplatz: Der Film-Bürgermeister hält eine Ansprache.

Foto: Martin Gausmann

Ohne jegliche Erinnerung wacht ein Mann im Weinberg auf, neben ihm liegt die Leiche einer jungen Frau, der tote Körper einer hübschen Weinkönigin. Der Mann ohne Gedächtnis irrt in das nächstgelegene Dorf Kaltenzell, um das Geschehen zu rekonstruieren.

Dort stößt er nicht nur auf merkwürdige Gestalten und absonderliche Intrigen, sondern bekommt es auch schnell mit einem dunklen Geheimnis der Dorfbewohner und menschlichen Abgründen zu tun. Seit gestern Abend läuft auf dem Bezahlsender "TNT" jeweils dienstags um 21.10 Uhr die sechsteilige Serie "Weinberg".

Bürgermeister freut sich über die Werbung

Im vergangenen November begannen die Arbeiten zur Serie. Im Film trat der Bürgermeister des Ortes auf dem Dorfplatz auf, um eine flammende Rede zu halten, vom im Nebel eingehüllten Weinberg irrlichtert der Mann ohne Gedächtnis die steilen Wege hinab, die Kameras hielten Häuser und Gassen fest.

Der wahre Bürgermeister des Dorfes, in dem die älteste Winzergenossenschaft Deutschlands zu Hause ist, Hans-Ulrich Jonas, ist in der Serie freilich nicht zu sehen. Er freut sich aber über die Werbung, die so für Mayschoss gemacht wird, wenngleich die Bewohner für seinen Geschmack auch "etwas zu bieder dargestellt werden".

Blut und Intrige statt Menschlichkeit

Dennoch: Alleine die gezeigte Landschaft und die schmucken Häuschen würden Lust auf einen Ausflug an die Ahr und einen Besuch im Dorf machen, das mit dem Slogan wirbt: "Wir sind ein Weindorf, wo Menschlichkeit gelebt wird." Im Film ist der Handlung zufolge davon allerdings nichts zu spüren. Im Gegenteil: Blut und Intrige, Horror und menschliche Untiefen dominieren zwischen Ahr und Rebenhang.

Mayschoss ist zwar die zentrale Kulisse für den Filmort Kaltenzell, die meisten Dreharbeiten der 3,5 Millionen Euro-Produktion fanden jedoch in Babelsberg statt. Somit blieb den Mayschossern während der mehrtägigen Dreharbeiten das skurrile Figurenkabinett, das in "Weinberg" im Wortsinne die Rolle spielt, erspart.

Schließlich gibt es dort den kaum deutsch sprechenden vietnamesischen Gemeindepfarrer, eine stets betrunkene Dorf-Punk-Gruppe, einen immer schlecht aufgelegten Wirt, der Pornos genauso häufig konsumiert, wie seinen Wein, einen skrupellosen und nur auf eigenen Vorteil bedachten Immobilienspekulanten und Weinhändler, einen Jungen, der nicht spricht oder auch die nette, hilfsbereite Psychologin, die dem Mann ohne Gedächtnis gerne wieder auf die Sprünge helfen will.

Gudrun Landgrebe und Friedrich Mücke spielen die Hauptrollen der Serie, die nächsten Dienstag fortgesetzt wird.

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