1. Meinung

Einigung mit der Deutschen Umwelthilfe: Kein Dieselfahrverbot für Köln

Kein Dieselfahrverbot für Köln : Viel gewonnen

Die Stadt Köln und das Land NRW einigen sich mit der Deutschen Umwelthilfe und wenden damit ein Dieselfahrverbot ab. Ein Gewinn für alle Dieselfahrer, aber auch für die Reinhaltung der Luft kommentiert Sylvia Binner.

Ende gut, alles gut – so lässt sich die Einigung zwischen dem Land, der Stadt Köln und der Deutschen Umwelthilfe auf den Punkt bringen. Wie zuvor schon in Bonn sind damit auch in der Domstadt Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vom Tisch. Nicht nur die Handwerker wird es freuen, sondern auch alle anderen Eigentümer eines Dieselautos, die weiter in die Kölner Innenstadt fahren wollen. Und dazu zählen auch jede Menge Bonner.

Aber auch diejenigen, denen es am Herzen liegt, weniger Schadstoffe einzuatmen, haben gewonnen. Denn in allen zwölf NRW-Städten, denen es am Ende gelungen ist, die Fahrverbote abzuwenden, sind die Schadstoffwerte gesunken und liegen nun unter dem Jahresmittel von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter. Ein Erfolg, der sich ohne die vehement geführte Diskussion zu den Fahrverboten und die damit einhergehenden Rechtsstreitigkeiten wohl nicht eingestellt hätte.

Maßnahmen wie Tempo 30 auf der Bonner Reuterstraße oder höhere Parkgebühren in der Kölner Innenstadt sind zwar sicher nicht populär, aber von nichts kommt nichts. Dabei darf allerdings auch nicht außer acht gelassen werden, dass der durch die Corona-Einschränkungen gesunkene Verkehr sein Übriges getan hat, um die Werte sinken zu lassen. Und ein weiterer Corona-Trend spielt der Luftreinhaltung auch noch in die Karten: Die frischgebackenen E-Bike-Besitzer müssen die zusätzlichen Radspuren nur noch kräftig nutzen, dann sinkt auch die Rußpartikel.

Der Deutschen Umwelthilfe dafür Lob zu zollen, fällt dennoch schwer. Zu undurchsichtig bleiben deren Rolle und Geschäftsmodell zwischen Abmahnverein oder Weltverbesserer. Trotz aller Pluspunkte für die Luft in den Innenstädten.