1. Meinung
  2. Kommentare

Alkoholverbot am Brassertufer in Bonn: Verbot ist keine Lösung

Kommentar zum Alkoholverbot : Verbot ist keine Lösung

Um den nächtlichen Ruhestörungen ein Ende zu bereiten, fordern Anwohner des Brassertufers ein nächtliches Alkoholverbot. Doch dies würde das Problem nur verlagern, nicht lösen.

Ein nächtliches Alkoholverbot zwischen der Beethovenhalle und Zweiter Fährgasse: Das fordern Anwohner des Bonner Rheinufers, die unter dem Lärm, dem Müll und dem aggressiven Verhalten dort leiden. Doch ein Alkoholverbot würde das Problem nur verlagern und nicht lösen. Selbst wenn sich die Personen, die durch ihr Verhalten Polizeieinsätze auslösen, an das Verbot halten, besteht die Gefahr, dass sie an anderer Stelle weitermachen. Durch ein Verbot am Brassertufer kann sich die Situation am Beueler Rheinufer verschärfen. Dies fällt dann Polizei und Ordnungsamt zu Lasten – und würde nicht die Einsätze deutlich reduzieren, wie von den Antragstellern angenommen. Zudem leiden dann Anwohner der Beueler Rheinseite  unter den nächtlichen  Ruhestörungen, dem Müll und den Belästigungen.

Fraglich bleibt, inwiefern sich die Unruhestifter an ein Verbot, das sich auf einen Abschnitt beschränkt, halten. An Bahnhöfen in Deutschland sind häufig explizit Raucherbereiche auf den Gleisen gekennzeichnet. Diese werden nur durch eine Linie von dem Nichtraucherbereich abgegrenzt. Nicht selten ist zu beobachten, dass sich Raucher außerhalb der gekennzeichneten Fläche aufhalten. Nur durch verstärkte Kontrollen an den Gleisen ist es möglich, dieses Fehlverhalten zu unterbinden. Ähnlich verhält es sich bei einem möglichen Alkoholverbot. Polizei und Ordnungsamt haben ihre Präsenz seit einigen Wochen am Rheinufer erhöht und schreiten ein, wenn es zu Ruhestörungen und anderen Belästigungen kommt. Bei einem generellen Alkoholverbot müssten sich die Einsatzkräfte vor Ort auch mit den Besuchern beschäftigen, die dort in Ruhe ihr Feierabendbier trinken und den Platz sauber hinterlassen.

Das Problem am Rheinufer ist nicht der Alkohol an sich, sondern das Verhalten einiger Personen nach übermäßigem Konsum. Zu hoffen, dass ein Verbot zum Umdenken bei den Unruhestiftern führt, ist wahrscheinlich aussichtslos. Doch darauf kommt es an: den Menschen zu verdeutlichen, dass sie respektvoll mit ihren Mitbürgern und der Stadt umgehen müssen.