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Kommentar zu Payback: Am Ende kündigen

Kommentar zu Payback : Am Ende kündigen

GA-Leser Tobias Quadt erzählt vom vergeblichen Versuch, seine Payback-Punkte wieder zu bekommen, die ihm von Betrügern in Hannover gestohlen wurden. Die Vorfälle führen jedem vor Augen, dass beim digitalen Datenschutz noch viel zu lernen ist, kommentiert GA-Redakteurin Ulla Thiede.

Internetkriminalität ist die Krake der Gegenwart, und Datendiebstahl zum Zweck des Betrugs die unschöne Begleiterscheinung der Digitalisierung. Die Täter bleiben unsichtbar, sie lassen sich nicht durch Mauern, Gitter oder Vorhängeschlösser fernhalten, auch nationale Grenzen spielen keine Rolle, dieses Verbrechen ist weltumspannend.

Wie häufig es beim Kundenkartenanbieter Payback zu Punktediebstahl kommt, das verrät das Münchner Unternehmen nicht. Auch die Kriminalstatistiken verzeichnen das nicht gesondert. Es ist aber anzunehmen, dass sich die Fälle häufen, Payback selbst räumt schließlich ein, dass während der Corona-Pandemie die Beschwerden von Kunden zunehmen, deren Bonuspunkte auf dem Konto abgeräumt wurden. In der Vergangenheit hat Payback in solchen Fällen gelegentlich Kulanz gezeigt und die Punkte wieder gutgeschrieben. Wenn es sich inzwischen verweigert, deutet das auch darauf hin, dass sonst möglicherweise Dämme reißen würden.

Die Vorfälle führen jedem vor Augen, dass beim digitalen Datenschutz noch viel zu lernen ist. Technische Fortbildung ist ein Muss, wenn die Täter nicht immer einen Schritt weiter sein sollen. Wen die Reaktion von Payback bei  Punktediebstahl ärgert, wer dem Unternehmen vielleicht auch misstraut, dem bleibt nur eins: die Karte kündigen.