1. Meinung
  2. Kommentare

Kommentar zur Wirtschaft in der Region: Arbeitskräfte binden

Kommentar zur Wirtschaft in der Region : Arbeitskräfte binden

Bei großen Arbeitgebern in Bonn und der Region schrumpfen die Mitarbeiterzahlen leicht. Es ist zu hoffen, dass die Firmen geneigt sind, ihr Personal weiter zu beschäftigen, kommentiert GA-Redakteurin Claudia Mahnke.

Noch sind es goldene Jahre für Firmen in der Region Bonn/Rhein-Sieg: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen hangelt sich von Rekord zu Rekord. Es ist vor allem der Mittelstand, der Arbeitsplätze schafft. Die gute Konjunktur der vergangenen Jahre und die Konsumneigung der Verbraucher hinterlassen positive Spuren

Doch die Zeiten werden auch in der Region magerer. Besonders die exportorientierten Unternehmen haben ein hartes Jahr hinter sich. Die Handelsstreitigkeiten und der Ausstieg Großbritanniens aus der EU verunsichern Kunden und bremsen Investitionen. Schlüsselbranchen wie der Auto- und Maschinenbau sowie die Elektro- und Chemieindustrie bekamen das deutlich zu spüren. Der Trend hat sich auch schon in der Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg niedergeschlagen.

Der Arbeitsmarkt spiegelt die Eintrübung der Konjunktur noch nicht wider. Es ist zu hoffen, dass die Firmen wegen des Fachkräftemangels geneigt sind, ihr Personal auch bei schlechterer Auftragslage weiter zu beschäftigen, um die Mitarbeiter nicht zu verlieren.

Gerade auf Bonner Stadtgebiet ist die Arbeitslosigkeit auch zu konjunkturell guten Zeiten ohnehin auf höherem Niveau verharrt. Da geht es Bonn wie anderen Städten: Sie ziehen ungelernte Kräfte an, die weniger leicht eine Beschäftigung finden. Diese Kräfte stärker auf den Arbeitsmarkt zu bringen, bleibt die Aufgabe für die Wirtschaftsakteure in der Region. Ohne öffentliche Mittel wird es aber wohl nicht vorangehen.