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Kommentar zum eTarif: Bessere Preise, mehr Kunden

Kommentar zum eTarif : Bessere Preise, mehr Kunden

Der eTarif, den der Verkehrsverbund Rhein-Sieg noch bis Ende Juni testet, kommt bei den Testpersonen gut an. Der VRS will das System weiter verfolgen. Die Formel ist einfach.

Von Beuel nach Siegburg kostet ein Handyticket 4,77 Euro. Regulär zahlt der Fahrgast 5,30 Euro. Hin und zurück also fast elf Euro mit der Bahn. Mit dem eTarif, den der Verkehrsverbund noch bis Sommer testet, sind es drei Euro für gemessene neun Kilometer. Das ist schon eher akzeptabel. 

Nutzer finden die App, die einfach zu benutzen ist, einfach toll, weil sie keine Tarifzonen kennt. Denn auch beim Handyticket muss der Kunde zwischen Bad Honnef und Leverkusen genau wissen, wie viele Zonen er durchfährt. Das Ticketsystem in unserem Verkehrsverbund kennt nämlich zehn Zonen – angefangen von der Kurzstrecke für zwei Euro bis zum 18,10 Euro teuren Einzelticket.

Dass das Wahnsinn ist, sagen mittlerweile auch viele Kommunalpolitiker und fordern eine gerechtere Tarifpolitik. Der eTarif erfülle diese Kriterien, heißt es auch in der VRS-Zentrale. Deshalb wolle man dieses System auch weiterverfolgen.

Man fragt sich aber, warum dann immer noch an diesem Tarifdschungel festgehalten wird? Richtig ist zwar, dass rund 80 Prozent der Kunden eines von vielen Abos haben – vom Jobticket bis zur Monatskarte. Der eTarif richte sich ja nur an die 20 Prozent Gelegenheitsfahrer, heißt es. Doch verkehrspolitisch geht es nicht um die Gelegenheitsfahrer. Es geht um die vielen Pendler, die täglich das Auto benutzen, weil der ÖPNV zu teuer und zu unattraktiv ist. Bessere Preise, mehr Kunden, weniger Autoverkehr. So einfach ist die Formel.