Kommentar zu LNG-Terminals Bittersüße Nachricht

Meinung | Berlin · Es ist bitter, dass erst ein Krieg in Europa nötig ist, bis jeder die Dringlichkeit erkannt hat, vom Erdgas loszukommen, in erneuerbare Energien zu investieren und Alternativen zu fördern. Dafür dürfte sich die Energiewende in Deutschland jetzt endlich radikal beschleunigen, meint unser Autor.

Technische Anlagen und ein Kran stehen auf dem Anleger für das LNG-Terminal in der Nordsee vor Wilhelmshaven.

Technische Anlagen und ein Kran stehen auf dem Anleger für das LNG-Terminal in der Nordsee vor Wilhelmshaven.

Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Wilhelmshaven zeigt sich dieser Tage: Deutschland kann Großprojekte schnell, korrekt und effizient abwickeln – wenn alle wollen. Gut 230 Tage vom ersten Spatenstich bis zur ersten Lieferung sind spektakulär schnell für deutsche Verhältnisse und derartige Infrastrukturprojekte. Das ist die gute Seite. Die andere ist dramatisch: Jahrelang hat sich Deutschland auf Gas aus Russland verlassen. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine galt es, diese Menge zu ersetzen, damit es in den Wohnungen nicht kalt wird und der Industrie nicht das Gas abgedreht werden muss, was eine Wirtschaftskrise ungekannten Ausmaßen ausgelöst hätte. Deshalb sollen bis Winter 2023/24 etwas mehr als ein Viertel des Gasverbrauchs über sechs Flüssiggasterminals anlanden können.