Kommentar Bundeswehr-Auslandseinsätze - Das ganze Gewicht

Mehr deutsches Engagement, mehr Verantwortung in der Welt, mehr Auslandseinsätze. Das ist die politische Logik mit all ihren militärischen Konsequenzen, die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Frank-Walter Steinmeier vor knapp elf Monaten ausgebreitet haben.

Die Mittelmacht Deutschland rüstet damit nicht nur politisch auf, sondern wird sich in der Folge neuen Herausforderungen tatsächlich stellen müssen.

Diese Regierungslinie erfährt demnächst ihren nächsten Praxistest, wenn deutsche Soldaten im Nordirak kurdische Peschmerga-Milizen ausbilden, immer vorausgesetzt, der Bundestag stimmt auch diesem Einsatz der Parlamentsarmee Bundeswehr zu. Wenn sich Deutschland künftig bei Krisen rund um den Erdball stärker einmischen, diplomatisch vermitteln, humanitär helfen oder militärisch eingreifen will, muss es im Zweifel bereit sein, auch Soldaten zu schicken.

Allein die Lieferung von panzerbrechenden Waffen oder geschützten Fahrzeugen, das ist eine Einsicht, wird im Fall der Kurden bei ihrem Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" nicht genügen. Der nächste Auftrag: Ausbildung.

Afghanistan, Kosovo, Mali, Senegal, Sudan, Libanon, Türkei oder bald auch Irak - die Zahl der deutschen Einsatzgebiete ist über die Jahre zu einer Liste gewachsen. Bündnisse verpflichten - in der Nato ohnehin, aber auch im Konzert der EU oder im großen Rahmen der UN. Will Deutschland tatsächlich eines Tages einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, muss es sein ganzes Gewicht einbringen. Auf allen Ebenen.

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