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Kommentar zum Votum in Causa Knauber : Den Bogen überspannt

Kommentar zum Votum in Causa Knauber : Den Bogen überspannt

Dem Ersten Beigeordneten Raffael Knauber im Rheinbacher Haupt- und Finanzausschuss ein Statement zu versagen, ist ein krasses Wahlkampfmanöver, findet GA-Redakteur Mario Quadt. Damit hätten SPD, UWG, FDP und Grüne den Bogen eindeutig überspannt.

Mit ihrem Votum hat die Mehrheit der Politiker im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Rheinbacher Hauptausschusses den Bogen in der Causa Knauber überspannt. Dem Ersten Beigeordneten der Stadt, der seit Februar 2003 im Amt ist, das Rederecht zu entziehen, um seine Sicht der Dinge zu seinen Entscheidungen in der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WFEG) zu erklären, ist ein schwerer Fehler.

Schließlich hatte Knauber bis dato noch keine Gelegenheit, den Ausschussmitgliedern Bericht zu erstatten, wie er es zuvor im Aufsichtsrat der WFEG gemacht hat. Gleichwohl hatte ihm der Aufsichtsrat mehrheitlich das Misstrauen ausgesprochen. Diese Form der Eskalation von SPD, UWG, FDP und Grünen ist als perfides Wahlkampfmanöver zu werten.

Knauber galt bislang in allen Fraktionen als anerkannter Fachmann, akribischer Arbeiter und loyaler Spitzenbeamter.

Keine Frage: Er hat einen schweren Fehler gemacht und seinem Sohn in der von ihm als Geschäftsführer geleiteten WFEG einen Job verschafft – ohne den Aufsichtsrat in diese Entscheidung einzubinden. Es ist im Lichte dessen verständlich, dass alle Politiker im Kontrollgremium das Arbeitsverhältnis mit Knauber in der WFEG als zerrüttet ansehen.

Dass jetzt nach dem Austritt von neun CDU-Ratsleuten aus der Fraktion und dem anschließenden Übertritt von fünf Ex-CDUlern zur UWG die neuen Ratsmehrheiten genutzt werden, um CDU-Mann Knauber einen Maulkorb zu verpassen, ist ein mehr als merkwürdiges Demokratieverständnis.