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Kommentar zu den Römer-Thermen: Der GAU ist eingetreten

Kommentar zu den Römer-Thermen : Der GAU ist eingetreten

Bad Breisig kommt aus dem Schlamassel nicht heraus. Der ersehnte große „Dreyer-Wurf“, der dem Dauerschrecken in Sachen Römer-Thermen ein Ende gesetzt hätte, bleibt aus. Der GAU ist eingetreten, kommentiert unser Autor.

Es war so etwas wie der letzte Strohhalm, nach dem Bad Breisigs Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach griff, als er in einem persönlichen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer einen verzweifelten Hilferuf nach Mainz sandte. Es ging um nichts Geringeres als die Rettung der Römer-Thermen. Die Landesmutter, selbst im Korsett der Schuldenbremse eingezwängt, zeigte Weidenbach jedoch – erwartungsgemäß – die kalte Schulter. Wie soll es jetzt mit dem den Haushalt der Stadt sprengenden Bad weitergehen?

Privatisierung nach Sanierung, so lautete der Plan, wohl wissend, dass das Bad im derzeitigen Zustand keinen Betreiber hinter dem Ofen hervorlockt. Zwar sind Gelder – via Kredit – zumindest für die dringendsten technischen Instandsetzungen im Haushalt bereitgestellt, womit die Schulden der Stadt aber nur noch weiter in die Höhe getrieben werden. Doch für eine zeitgemäße Innengestaltung und Attraktivitätssteigerung fehlen die Mittel.

Bad Breisig kommt so aus dem Schlamassel nicht raus. Der ersehnte große Dreyer-Wurf, der dem Dauerschrecken ein Ende gesetzt hätte, bleibt aus. Der GAU ist eingetreten. Es muss weiter gewurschtelt werden. Jahr für Jahr verschlimmert sich die Situation, die längst schon unerträglich ist.

Wie Kai aus der Kiste wurde all den Hiobsbotschaften und düsteren Zukunftsszenarien zum Trotz zudem plötzlich und ohne jede Ausschreibung ein neuer Thermen-Geschäftsführer aus dem Hut gezaubert. Ein Mann, der komplett branchenfremd ist, zuletzt als Berater des Lohnsteuerhilfevereins tätig war, soll es nun richten. Es bleibt abzuwarten, welche Perspektive er dem unter Insolvenzverdacht stehenden Bad nun geben kann.

Wie man es dreht und wendet: Was zunächst bleibt, ist ein vom Tode gezeichnetes Bad, dem jetzt nur noch ein Wunder helfen kann. Das „Wunder von Mainz“ blieb aus. Weitere sind eigentlich nicht zu erwarten.