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Kommentar: Der Kampf um die SPD-Kanzlerkandidatur - Neues von der Troika

Kommentar : Der Kampf um die SPD-Kanzlerkandidatur - Neues von der Troika

Wer denn nun? Frank-Walter Steinmeier hat über Ostern die Debatte über die Kanzlerkandidaten der SPD neu befeuert. Elf Freunde sollt Ihr sein! An diese Fußball-Weisheit, an das Ideal vom geschlossenen Mannschaftsgeist, glaubt in der Berufspolitik ohnehin kaum jemand. Drei Freunde würden der SPD in diesem Fall schon genügen. Steinmeier, Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel. Das Troika-Glück könnte so perfekt sein.

Steinmeier, der schon 2009 für die SPD in denkbar ungünstiger Ausgangslage ins Rennen um das Kanzleramt ging, hat jedenfalls über die Feiertage seinen Anspruch angemeldet. Die "Elf-Freunde-Rhetorik", so lässt der frühere Außenminister vor allem die eigene Partei wissen, gelte in der Politik nur äußerst begrenzt.

Also darf Mitbewerber Peer Steinbrück Differenzen innerhalb der SPD-Troika als "erkennbar und erlaubt" legitimieren. Und Sigmar Gabriel darf in der SPD ohnehin (fast) alles, wohl wissend, dass er als Parteichef den ersten Zugriff hat, wenn er ihn denn haben will.

Es lebe der Wettbewerb. Der (Wahl-)Kampf um die SPD-Kanzlerkandidatur ist lange vor der für Anfang 2013 geplanten Entscheidung eröffnet. Die Drei von der Wahlstelle kennen die Ausgangslage. Nicht ohne Grund nennt Steinmeier Kriterien. Der nächste SPD-Kanzlerkandidat muss die eigene Partei maximal mobilisieren und zugleich außerhalb der SPD Wähler ziehen. Wer das am besten kann? Womöglich der, der diese Kriterien aufstellt. Aber das hat Steinmeier nicht gesagt.