Kommentar Die Deutsche Islam Konferenz - Kein Platz für Eiferer

Der Geist ist wieder aus der Flasche. Gehört der Islam zu Deutschland? Wie bestellt zur sechsten Runde der Deutschen Islam Konferenz hat Unionsfraktionschef Volker Kauder klar getextet: Nein! In seiner Fraktion werden ihm viele zustimmen, einige aber auch nicht.

Denn Deutschland ist mittlerweile auch Einwanderungsland - mit allen Konsequenzen. Aufstrebende CDU-Politiker wie die niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan haben türkische Wurzeln. Das macht die Partei nur lebensnaher und führt sie an eine neue Wählerschicht heran: die dritte Einwanderergeneration.

Kauder hätte ganz einfach schweigen können. Doch jetzt entfacht er ohne Not eine Debatte neu, von der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich heilfroh war, dass sie beendet war, nachdem er sie selbst angestoßen hatte. Wer in Sachen Integration einen Schritt nach vorne machen will, schafft dies nicht, indem er polarisiert. Polarisieren hilft den Eiferern, die in beiden Richtungen kein Interesse an Integration haben. Sie wollen die abgeschottete Parallelgesellschaft der Minderheit ebenso wie es ihnen recht ist, wenn die Mehrheitsgesellschaft skeptisch auf Distanz geht.

Die Deutsche Islam Konferenz ist keine Veranstaltung, die bei jedem Treffen ein mehrkonfessionelles Wunder herbeibeten kann. Aber sie kann mit dazu beitragen, Vorurteile zu entkräften und das Miteinander stärker zu betonen als das Gegeneinander. Deutschland ist christlich-abendländisch geprägt. Und das wird es auch bleiben. Ob der Islam zu Deutschland gehört? Die Muslime hierzulande gehören jedenfalls dazu.

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