Die deutschen Islam-Verbände - Überfälliges Zeichen

BERLIN · Wenig ist gut im Irak. Und wenig ist gut in Syrien. Dass es so ist, hat nach jahrelanger Destabilisierung beider Staaten durch Krieg und Bürgerkrieg inzwischen viel mit einer Terrororganisation zu tun, die sich "Islamischer Staat" (IS) nennt, ganz so, als beanspruchten seine Anhänger den islamischen Glauben komplett für sich.

Und so ist es ja auch. Wer sich den fanatischen Religionskriegern nicht unterwirft, wird verfolgt, vertrieben, vergewaltigt oder ermordet.

Dass die deutschen Islam-Verbände nun aufstehen gegen den Glaubensterror der IS-Banden, ist ein gutes, ein überfälliges Zeichen der Solidarität der friedliebenden Muslime mit ihren verfolgten Glaubensbrüdern, ebenso wie mit vom IS gejagten Christen, Juden und Jesiden. Wenig ist gut im Irak und in Syrien, weil eine Terrororganisation dort ein Regime errichten will - mit einer Ordnung, die Jahrhunderte zurückliegt.

Wenn in Deutschland Moscheen in Brand gesetzt und Synagogen geschändet werden, geht dies alle an, weil Extremismus und Rassismus eine Gesellschaft aushöhlt. Auch dagegen machen die deutschen Islam-Verbände mobil. Wenn aus Deutschland junge Männer, nicht selten Glaubensüberläufer, in den Dschihad gegen sogenannte Ungläubige nach Syrien und in den Irak gehen, ist dies gleichfalls ein Problem aller.

Heute zu Ausreise und Glaubenskrieg bereit, waren sie vor Kurzem noch auf der friedlichen Seite der Gesellschaft. Irgendwann sind sie den Argumenten von Hasspredigern und der Internet-Propaganda der Extremisten verfallen. Die Verblendeten zurückzugewinnen, wäre viel, sehr viel.

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