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Kommentar: Die EU, Russland und die Ukraine - In der Zwickmühle

Kommentar : Die EU, Russland und die Ukraine - In der Zwickmühle

Natürlich schlägt die EU die Türe Richtung Ukraine nicht zu. Diese wirklich dumme Bemerkung aus den Kreisen der Brüsseler Kommission hat man gestern erst einmal wieder geradegerückt.

Die Europäer haben gar keine andere Wahl, als den Menschen in der Ukraine weiter jede Hoffnung zu geben, dass ihnen das Tor in den Westen aufsteht. Wenn sie es denn wollen. Denn inzwischen argumentiert Russland mit dem gleichen Argument und beruft sich ebenso auf die Souveränität des Volkes, dessen Regierung man mit vollmundigen Versprechen von einer Annäherung an die EU ferngehalten hat. Nun weiß der Kreml, dass er damit nichts gelöst und nur einen weiteren Kostgänger eingekauft hat. Die ukrainische Wirtschaft steht vor dem Nichts. Das Land hat einen weitgehenden Umbau und anschließend attraktive Märkte nötig. Beides kann und will Moskau gar nicht bieten.

Europa hat aber einmal mehr zu spüren bekommen, dass man Russlands Präsidenten Wladimir Putin nicht zu nahe kommen darf. Zwar haben sich die EU und der Kreml längst in einigen wichtigen außenpolitischen Herausforderungen zusammengefunden und sogar so etwas wie eine vertrauensvolle Kooperation geschaffen. Aber wenn der Westen den Eindruck erweckt, Moskau seine mehr oder minder treuen Vasallen wegnehmen zu wollen, reagiert der russische Präsident allergisch. Europa wird allen irgendwie die Hand reichen und versuchen müssen, der Ukraine trotz Moskau-Treue eine Perspektive zu geben.