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Kommentar: Die Euro-Krise - Garantien aus Athen

Kommentar : Die Euro-Krise - Garantien aus Athen

Es ist tatsächlich keine Satire: Der griechische Premier Samaras sichert der deutschen Politik zu, dass Berlin die insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro Griechenland-Hilfe komplett zurückerhalten wird.

Sein rührendes Haftungsangebot: "Das garantiere ich persönlich". Aber auf Angela Merkel wird diese Charme-Offensive keine Wirkung haben. Denn ein drittes Hilfspaket für Griechenland ist innenpolitisch in Deutschland ohnehin nicht mehr durchsetzbar. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Berlin das Hilfsgeld abschreibt, sondern die Situation dazu nutzt, Athen eine allerletzte Chance zu geben.

Dies aber konnten die Kanzlerin und der französische Staatspräsident François Hollande bei ihrem Abendessen am Donnerstagabend nicht allein entscheiden. Als maßgebend gilt ohnehin allein nur der im September zu erstellende Bericht der EU-Troika über die ökonomische und soziale Situation in Griechenland.

Die Absage an eine weitere Milliarden-Tranche ist das eine. Die zeitliche Streckung bei der Rückerstattung der Nothilfen ist das andere. Die grundsätzliche Frage lautet: Werden Berlin und Paris in dieser Frage an einem Strang ziehen? Dem unter innenpolitischem Beschuss stehenden Hollande wird mehr Nachgiebigkeit gegenüber den EU-Südstaaten nachgesagt.

Merkel - gerade von einem US-Magazin wieder zur mächtigsten Frau der Welt gekürt - macht sich nicht schlecht in ihrer Rolle als internationale Sparkommissarin. Der Sozialist und die Christdemokratin müssen sich zusammenraufen.