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Kommentar: Die Krise des Euro - Finger weg!

Kommentar : Die Krise des Euro - Finger weg!

Brüssel spielt mit dem Feuer. Bei allem Verständnis für die zyprische Lösung - die staatliche Einlagensicherung für Summen bis zu 100 000 Euro macht alle höheren Guthaben nicht zur Verfügungsmasse, aus der sich Bankensanierer bedienen können.

Es ist ja richtig, dass es keine Lösung sein kann, den Steuerzahler dauerhaft zur Kasse zu bitten, wenn irgendwo im Euro-Raum eine Bank über ihre eigene Unfähigkeit zum seriösen Wirtschaften stolpert. Aber der Bankkunde muss sicher sein, dass sein Geld unangetastet bleibt.

Nicht nur der neue Euro-Gruppen-Chef hat offenbar Schwierigkeiten, die Dinge sauber voneinander zu trennen. Ein Sparer ist kein Gläubiger und auch kein Anleger. Die bisherigen Instrumentarien zur Krisenbewältigung in der Währungsunion umfassen eine Gläubigerbeteiligung, eine Bankenrestrukturierung und -abwicklung.

Da bleibt natürlich ein Risiko - auch für denjenigen, der Kunde dieses Geldinstitutes ist. Die staatliche Einlagensicherung kann nicht grenzenlos gelten. Aber dieses Restrisiko, das jeder, der an einem Unternehmen beteiligt ist, trägt, hat nichts mit einer Preisgabe aller Guthaben zu tun. Dies sollten die EU, die Euro-Gruppe und alle Finanzminister schleunigst klarstellen.

Allerdings muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass eine Bankenunion letztlich nichts anderes bedeutet als eben diese Haftung der Geldinstitute untereinander. Und in der Folge eben auch eine Mitverantwortung der Bankkunden. Gerade deshalb darf an gemeinschaftliche Haftung nicht einmal gedacht werden, bevor eine europäische Bankenaufsicht installiert ist.