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Kommentar zum Rausschmiss von Saibou: Die Meinung ist frei

Kommentar zum Rausschmiss von Saibou : Die Meinung ist frei

Die Telekom Baskets haben Joshiko Saibou fristlos entlassen. Das war ein gefundenes Fressen für Corona-Leugner. Aber: Saibou wurde nicht entlassen, weil er eine Meinung auf einer Protestveranstaltung geäußert hat, kommentiert GA-Sportchefin Tanja Schneider.

Es war ein gefundenes Fressen für all diejenigen, die Politik in eigener Sache machen wollen. Für Corona-Leugner, Hygiene-Regel-Verweigerer, Merkel-raus-Rufer, Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger, Rechtspopulisten und und und... All jene, die zur potenziellen Klientel der Demonstranten von Berlin zählen. Jener Veranstaltung, die letztlich der Anlass für die Entlassung Joshiko Saibous bei den Telekom Baskets war.

So bizarr und divers die Zusammensetzung dieser Massenveranstaltung sich auch darstellte, in den Kommentaren unter den Veröffentlichungen der Presselandschaft waren sie sich einig: Dieser Rausschmiss ist ein Akt gegen Meinungsfreiheit und demokratische Werte. Stopp! Wer das behauptet, hat entweder nicht verstanden, worum es geht, oder er will es nicht verstehen, weil es so ganz kommod ins eigene krude Weltbild und die Versuche, andere davon zu überzeugen, passt.

Tatsächlich ist der Entlassungsgrund nicht der Ausdruck einer Meinung auf einer Protestveranstaltung – egal, welche Ansicht dort vertreten wird. Hier ist es vielmehr die Tatsache, dass die Baskets eigentlich in Saibous Sinne handeln: Sie nehmen ihn ernst. Insofern muss der Arbeitgeber Telekom Baskets doch davon ausgehen, dass der Arbeitnehmer Joshiko Saibou sich auch weiter  entsprechend seiner Haltung nicht an die Auflagen von Infektionsschutzgesetz und Hygienekonzept der Basketball-Bundesliga halten wird.

Das gefährdet die Existenz des Vereins, der ohnehin von der Krise gebeutelt ist und Klimmzüge macht, sich für die neue Spielzeit konkurrenzfähig aufzustellen. Das Risiko, den Fortbestand der Baskets und das Hygienekonzept der Liga zu torpedieren, ist viel zu groß. Insofern blieb dem Club keine andere Wahl. Und auch in den sozialen Medien überwiegt die Zahl derjenigen, die das erkennen. Immerhin.