1. Meinung
  2. Kommentare

Kommentar: Die Querelen in der FDP - Sein oder Nichtsein

Kommentar : Die Querelen in der FDP - Sein oder Nichtsein

Die FDP steht vor entscheidenden Wochen. Sein oder Nichtsein. Darum geht es. Christian Lindner kann es richten. In Nordrhein-Westfalen. Wolfgang Kubicki kann es richten. In Schleswig-Holstein. Wenn sie es schaffen, sind sie die Stars, ja, die Retter. Wenn nicht, wird viel, womöglich sogar alles - Frust, Enttäuschung, Wut - bei Parteichef Philipp Rösler abgeladen. Lindner und Kubicki können viel gewinnen. Rösler kann viel verlieren.

So schnell geht es in der Politik. Vor bald einem Jahr hat Rösler von Guido Westerwelle den Parteivorsitz übernommen, weil die FDP der Überzeugung war, für bessere Ergebnisse brauchte es ein neues Gesicht. Inzwischen weiß das neue Gesicht, wie schnell es sich verbraucht, wenn die Flaute anhält und Inhalte nicht greifen.

In Schleswig-Holstein wie eine Woche später in NRW kann die FDP ihre politische Auferstehung möglich machen. Denn unmöglich ist nichts. Und Kubicki wie Lindner sind Wahlkampfmaschinen. Vieles geht, würde sich die FDP in ihrer Spitze nicht permanent gegenseitig ein Bein stellen. Heute Rösler, morgen Kubicki. Die Kakophonie ist groß. Mannschaftsspiel sieht anders aus.

Dabei müssten alle, aber wirklich alle in der FDP, rausgehen und die Ärmel hoch krempeln: Wichtig ist auf dem Platz. Die FDP muss auf ein kleines liberales Wunder hoffen. Wer weiß, was 2013 wird? Wenn es für Rot-Grün nicht reicht, die SPD aber den Kanzler stellen will, könnte die FDP gefragt sein. Dafür braucht es unbedingten Teamgeist, gemeinsamen Willen und wenigstens fünf Prozent.