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Kommentar: Die Zukunft des Nürburgrings: Optimismus - Realismus

Kommentar : Die Zukunft des Nürburgrings: Optimismus - Realismus

Ein Jahr, nachdem die rheinland-pfälzische Landesregierung die Insolvenz der zu 90 Prozent landeseigenen Nürburgring GmbH eingestehen musste, steht die traditionsreiche Eifel-Rennstrecke besser da als zuvor.

An der Spitze von Betriebs- und insolventer Betreibergesellschaft stehen Profis, die ihr Handwerk verstehen. Die Mitarbeiter sind mit großem Engagement bei der Sache. Die gelungene Durchführung der Formel-1-Veranstaltung hat das nachdrücklich gezeigt.

Und auch in Teilen der Region scheint ein Prozess eingesetzt zu haben, in dem wieder mehr auf Dialog statt auf Konfrontation gesetzt wird. Doch der ist erst am Anfang.

Die Ring-Sanierer müssen noch mehr Engagement als bisher aufbringen, um den Menschen in der Eifel die Angst zu nehmen, dass ihnen wieder jemand vorgesetzt wird, der sie auf dem Weg in die Zukunft des Nürburgrings nicht mitnimmt. Wer - wie viele in der Region - erlebt hat, dass ihm die Geschäftserlöse eingebrochen sind, der sieht naturgemäß weniger die Chancen als die Gefahren einer neuen Entwicklung.

Und doch: Es gibt Möglichkeiten. Die Sanierer haben Recht, wenn sie beim Blick nach vorn diese betonen. Andererseits ist es auch notwendig, realistisch zu bleiben.

Der Boulevard ist nur bei großen Veranstaltungen voll, die Shops sind in der Regel leer, die Arena ist auch nicht zum Veranstaltungstempel geworden, zu dem die Massen strömen, und der Winter in der Eifel ist bekanntlich lang. Eine gesunde Mischung aus Optimismus und Realismus - damit kann aus dem überdimensionierten Projekt vielleicht doch noch etwas werden.