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Kommentar zum AKW Fessenheim: Ein Schritt in Richtung Zukunft

Kommentar zum AKW Fessenheim : Ein Schritt in Richtung Zukunft

Das AKW Fessenheim geht vom Netz. Entscheidend für die Zukunft ist, dass der Ausstieg aus der Atomkraft nicht beim Abschalten der Meiler endet, kommentiert unser Autor.

Das Atomkraftwerk Fessenheim geht vom Netz, das ist eine gute Nachricht. Zu viele größere und kleinere Störfälle haben den Betrieb des ältesten Meilers in Frankreich zu einer Gefahr für die ganze Region werden lassen. Dass sich nur Stunden vor dem endgültigen Abschalten erneut eine Panne ereignete, hat in diesem Fall mehr als symbolischen Charakter. Tatsache ist: Strom aus Atomkraftwerken ist zwar billig, aber es ist keine Zukunftstechnologie. Allein die enormen Sicherheitsprobleme beim Neubau des französischen Druckwasserreaktors in Flamanville zeigen, wie gefährlich die Meiler sind, der Rückbau alter Anlagen ist kompliziert, die Frage der Lagerung des Atommülls alles andere als geklärt.

Für die Gemeinde Fessenheim ist das Aus des Meilers allerdings ein schwerer Schlag, war er doch Garant für einen scheinbar nicht versiegenden Strom von Gewerbeeinnahmen und sicherte sehr viele Arbeitsplätze und damit finanziellen Wohlstand. Aus diesem Grund ist nun die Politik in Frankreich und Deutschland gefordert. Sie muss der Region zügig unter die Arme greifen und zeigen, dass in diesem sehr konkreten Fall der Ausstieg aus dem Atomstrom ein Schritt in Richtung Zukunft bedeutet. Die Pläne in Paris und Berlin, auf dem freiwerdenden Gelände einen grenzüberschreitenden, an ökologischen Gesichtspunkten orientierten Innovationspark aufzubauen, liegen zwar auf dem Tisch, sind aber viel zu unkonkret, um den Bewohnern in Fessenheim wirklich Hoffnung zu machen. Überzeugend wäre es, wenn die Kritiker, deren Herzblut über Jahre in den Kampf gegen das Atomkraftwerk geflossen ist, sich nun mit derselben Energie für den zukunftsträchtigen Innovationspark stark machen würden. Auf diese Weise könnte Fessenheim zum Leuchtturmprojekt für den erfolgreichen Ausstieg aus der Atomkraft werden.