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Kommentar zum 1. FC Köln: Eingenordet

Kommentar zum 1. FC Köln : Eingenordet

Als die Liga nach 66 Tagen ihren Betrieb wieder aufnahm, kam den Kölnern die Orientierung abhanden. Sie wussten nicht mehr, in welche Richtung ihr Weg führt. Jetzt geht es nur noch um den Klassenerhalt - und die Geißböcke sind wieder eingenordet.

Der 1. FC Köln gehört bislang zu den sportlichen Verlierern der Corona-Zwangspause. Zwei Punkte aus drei Spielen gegen Gegner auf Augenhöhe lassen keinen anderen Schluss zu. Der Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga hat die Geißböcke mit dem 1:3 in Hoffenheim wieder in seiner Mitte aufgenommen. Die kleine Krise des FC ist ein Produkt aus den außergewöhnlichen Umständen der großen Covid-19-Krise mit Geisterspielen und fehlendem Training. Sie erinnert aber auch alle, die im Geiste schon wieder nach London und Belgrad unterwegs waren, daran, wo der FC herkommt. Nämlich im Sommer 2019 aus der 2. Liga und im Spätherbst nach dem 14. Spieltag vom letzten Tabellenplatz der Bundesliga.

Als die Liga ihren Betrieb nun nach 66 Tagen Pause wieder aufnahm, kam den Kölnern die Orientierung abhanden. Sie wussten nicht mehr, in welche Richtung ihr Weg führt. Auf der einen Seite hatten sie mit den Abstiegsplätzen eigentlich nicht mehr viel zu tun, auf der anderen tat sich ein möglicher Abzweig in Richtung lukrative Europapokal-Plätze auf. Der FC steckte in einem Dilemma.

Er konnte sich nicht für einen Weg entscheiden, weil sich im Sport eine Richtung naturgemäß nicht so einfach aussuchen lässt. Zudem leiden die emotionale Spielweise und Strategie des Teams von Trainer Markus Gisdol erheblich unter der Abwesenheit der Fans. Die beiden Unentschieden im eigenen Stadion gegen Mainz und Düsseldorf sowie die Niederlage in Hoffenheim haben die Kölner eingenordet.

Der zarte Traum von Europa ist ausgeträumt und das ursprüngliche Ziel Klassenerhalt wieder voll in den Fokus gerückt. Die Richtung ist klar und das sollte dem FC helfen, seine unter Markus Gisdol entwickelten Stärken wieder tragend zum Vorschein zu bringen: Kompakt arbeiten, Räume verdichten, den Gegner nerven und konsequent umschalten. Dann sollte es reichen, um in den wohl entscheidenden Heimspielen gegen Union Berlin und Frankfurt sowie in Augsburg die noch nötigen Punkte zum Erstliga-Verbleib einzufahren.