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Europa und der Euro: Erste und zweite Klasse

Europa und der Euro: Erste und zweite Klasse

Der eine redet über Euro-Bonds. Die andere schafft die Voraussetzungen dafür.

Das ist das Fazit des Dreier-Gipfels von Straßburg, zu dem Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Mario Monti den Kommissionspräsidenten erst gar nicht eingeladen hatten.

Dabei schmiedeten die drei genau das, was José Manuel Barroso am Tag davor gefordert hatte: einen nachgebesserten europäischen Vertrag, in dem strenge Haushaltskontrollen, eine Wirtschaftsregierung und Sanktionen für notorische Schuldensünder festgeschrieben werden. Ihre Entschlossenheit enthält eine Botschaft: Wer nicht dabei sein will, bleibt eben draußen.

Machen wir uns nichts vor: Diese EU verändert sich schneller und massiver als angenommen. Es wird künftig Mitglieder Erster und Zweiter Klasse geben. Wer wo Platz nehmen will, kann jeder selber wählen.

Nun hat man sich längst daran gewöhnt, dass EU-Spitzen etwas ankündigen, aber wenig Konkretes folgt. Insofern wird auch dieses Treffen erst zählen, wenn es Früchte trägt.

Ein Ergebnis aber gibt es schon: Dass Sarkozy nunmehr die Finger von der Europäischen Zentralbank lassen will, ist ein gutes Signal. Für den Verbraucher, weil die Gefahr weiterer Inflation gebannt ist. Für die Märkte, weil sie wissen sollen, dass Europa seine Probleme nicht mit der Notenpresse bewältigen wird. Das ist in Zeiten karger Ergebnisse viel wert.

Dennoch sollte niemand darauf setzen, dass die Bundeskanzlerin bereits ihr striktes Nein zu Euro-Bonds aufweicht. Ein Umschwung würde alle bisherigen Beschlüsse vom Tisch wischen.