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Zum Viktoriakarree: Falsche Taktiken

Zum Viktoriakarree : Falsche Taktiken

Erst einmal ist gar nichts Verwerfliches daran, wenn sich die Verwaltung aktiv um Stadtentwicklung und Investoren kümmert. Ganz im Gegenteil. Man wünschte sich, dass dies viel öfter geschehe. Bei Haribo und Zurich kamen genau diese Vorwürfe, die Wirtschaftsförderung kümmere sich zu wenig um solche wichtigen Unternehmen.

Welche Dezernate auch immer über die Weiterentwicklung des früheren Viktoriabad-Areals nachgedacht haben, sie haben das sicherlich im Sinne einer positiven Stadtentwicklung getan.

Ein Geschmäckle bleibt, weil die Stadt das im Verborgenen getan hat. Es gab keine öffentlichen Gedankenspiele, dass man besondere Pläne für das Viertel hat, nicht einmal in den kleinen Beratungsrunden der Fraktionssprecher. Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) hatte das Potenzial dieser Lage schnell erkannt und das strategisch wichtige Dahm-Grundstück nach dem Ratsbeschluss, das Viktoriabad zu schließen, erworben. Verkauft wurde es, wohl mit der Aussicht auf weitere Immobilien, an die Signa.

Für weite Teile des Stadtrates waren das gute Aussichten, die Einzelhandelsflächen in Bonn weiter auszubauen. Die Grünen hatten sich aber von Anfang an nicht mit diesen Plänen anfreunden können. Sie müssen heute erkennen, dass sie wohl die falsche Strategie eingeschlagen hatten.

Mit der Forderung nach einem Einzelhandelskonzept hofften sie, wäre die Mall vom Tisch. Das Ergebnis ist bekannt - und missfiel den Grünen. Statt mit den Koalitionspartnern über Inhalte zu reden, haben sie Entscheidungen immer wieder verzögert. Jetzt haben sie den Salat!