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Kommentar: Franz-Peter Tebartz-van Elst muss gehen - Notwendiger Abgang

Kommentar : Franz-Peter Tebartz-van Elst muss gehen - Notwendiger Abgang

Die Kommission, die die Vorgänge um den bisherigen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst untersucht hat, hat gute Arbeit geleistet. Und doch war sie nicht entscheidend. Denn dass sich der Limburger Bischof nicht so verhalten hat wie sich ein katholischer Würdenträger verhalten muss, war vorher schon klar.

Wer Erster Klasse zu den Armen fliegt, wer sich einen Bischofssitz mit zweistelligen Millionensummen ausbaut und wer die Wahrheit verbiegt, beweist, dass er den Kern der christlichen Botschaft für sich und seine Amtsführung nicht verstanden hat.

Deshalb musste Franz-Peter Tebartz-van Elst gehen. Es ehrt den Papst, dass er die Vorgänge dennoch so minutiös und unter Beteiligung des Beschuldigten hat untersuchen lassen. So wie es ihn ehrt, dass er für ihn eine neue Verwendung ankündigt.

Doch alle Gegenargumente, die in den vergangenen Wochen von Befürwortern eines Verbleibs des Bischofs gefunden wurden, gehen am Kern der Sache vorbei. Es kommt überhaupt nicht darauf an, ob es die berühmt-berüchtigte Badewanne für 15.000 Euro gibt; auch nicht darauf, dass der Neubau bereits geplant war, als Tebartz-van Elst seine Stelle antrat; auch nicht darauf, dass nicht alles Geld in den Bischofssitz geflossen ist.

Doch der exzellente Theologe Tebartz-van Elst hätte erkennen müssen, dass sich das Projekt mit der christlichen Botschaft nicht verträgt und er hätte es deshalb stoppen müssen, ganz gleich wie viele Mitwisser und Mittäter es gegeben haben mag.

Die verfehlte Amtsführung des Bischofs ist um so auffälliger, als sie in einem dramatischen Gegensatz zu dem steht, was die Limburger Diözese ein Vierteljahrhundert und direkt zuvor mit ihrem beliebten und bescheidenen Bischof Franz Kamphaus erlebt hat. Und Tebartz´ Verhalten - das war sein Verhängnis - kontrastiert auch dramatisch zu dem, was der neue Papst fordert und vorlebt.

Franziskus will, dass seine Kirche arm und für die Armen da ist. Und wenn sie schon nicht arm ist, muss sie das Geld jedenfalls nicht für Protz und Prunk ausgeben. Papst Franziskus ist dabei, die katholische Kirche wieder auf das zurückzuführen, was sie eigentlich sein müsste: eine bescheidene, demütige, liebende Kirche. Keine Kirche der Intransparenz, des Reichtums, der Abgeschiedenheit.

Der erzwungene Wechsel in Limburg passt deshalb vorzüglich in die neue Offenheit der katholischen Kirche weltweit und in Deutschland, auch wenn das manchen Förderern von Tebartz-van Elst, die auch in Rom sitzen, nicht gefällt. Den katholischen Laien gefällt sie dagegen sehr gut. Sie haben Recht, wenn sie jetzt positive Impulse für mehr Transparenz und für mehr kooperative Führung erwarten. Die katholische Kirche, nicht nur in Limburg, steht vor einem neuen Aufbruch. Mit Tebartz-van Elst wäre dieser nicht möglich gewesen.