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Kommentar zu Dieter Nuhr und der DFG: Für das Wissen

Kommentar zu Dieter Nuhr und der DFG : Für das Wissen

Die Deutsche Forschungsmeinschaft (DFG) hat einen zuvor entfernten Audiobeitrag von Dieter Nuhr wieder online gestellt. Die DFG hat sich auf ihre Prinzipien besonnen und einen Fehler korrigiert, kommentiert Dietmar Kanthak.

Erst gehörig blamiert, dann gerade noch einmal die Kurve gekriegt: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat sich auf ihre Prinzipien besonnen und einen Fehler korrigiert. Eine zeitweise gelöschte Audiobotschaft des Kabarettisten Dieter Nuhr ist wieder verfügbar. Nuhr hatte in seinem Statement zum 100-jährigen Bestehen der DFG darauf hingewiesen, dass Wissenschaft vom Zweifel lebt, ihre Erkenntnisse immer wieder überprüft und neu bewertet. Wissenschaft sei „keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet“. Wer wollte dem widersprechen?

Viele, wie sich herausstellte. Die DFG registrierte erregten Widerspruch in den sozialen Medien gegen ihren Audioautor. Fatalerweise begab sie sich auf das Niveau der Nuhr-Kritiker, vergaß ihre Grundsätze und entfernte den Beitrag von der Kampagnenwebsite http://dfg2020.de.

Nun ist er wieder da. Die DFG hat mit Erfolg darüber nachgedacht, was ihre Aktion „#für das Wissen“ beinhaltet. Nuhr „sei eine Person, die mitten in unserer Gesellschaft steht und sich zu Wissenschaft und rationalem Diskurs bekennt“, teilte die Forschungsgemeinschaft mit. Allerdings könne seine Pointiertheit als Satiriker „für manchen irritierend“ sein“.

Eine der „Freiheit des Denkens auf Basis der Aufklärung“ verpflichtete Institution (Eigenwahrnehmung der DFG) erklärt unterderhand die Pointiertheit eines Satirikers zu einen irritierenden Phänomen. Und läuft so Gefahr, sich wieder mit den Kritikern Nuhrs gemein zu machen. Sie nehmen jenseits aller Wissenschaftsbetrachtung generell an einem der wenigen deutschen Satiriker Anstoß, der nicht auf einem Auge blind ist. Nuhr teilt gegen links und rechts aus und schont sogar die Klimabewegung nicht. Das macht er immer geistreich.