Kommentar zum Grünen-Parteitag in Bonn Auf dem Weg zur Anti-Streit-Partei

Meinung | Bonn · Die Grünen-Spitze ist beim Parteitag in Bonn eifrig darum bemüht, grüne Harmonie zu signalisieren – trotz kontroverser Themen von Atomkraft über Kohleausstieg bis Rüstungsexporte. Doch das Streiten gehört zur Demokratie, kommentiert Jana Wolf.

 Parteitag in Bonn: Ricarda Lang, Bundes-Co-Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, schwört im WCCB die Deligierten auf kommende schwierige Debatten ein.

Parteitag in Bonn: Ricarda Lang, Bundes-Co-Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, schwört im WCCB die Deligierten auf kommende schwierige Debatten ein.

Foto: Benjamin Westhoff

In der Ampel-Koalition gibt es schon genug Zoff. Da will man diesen nicht auch noch in der Partei haben. Die Grünen-Spitze ist zum Auftakt dieses dreitägigen Präsenzparteitags in Bonn eifrig darum bemüht, nach außen grüne Harmonie zu signalisieren und nach innen die Partei auf gemeinsame Positionen einzuschwören. Von „großer Geschlossenheit“ ist da die Rede, noch bevor das grüne „Familientreffen“ begonnen hat. Ein „Signal des Selbstbewusstseins und der Ernsthaftigkeit“ soll davon ausgehen. Um jeden Preis soll der Eindruck vermieden werden, die Parteibasis würde den Kurs der eigenen Minister infrage stellen.