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Hausabriss am Kurfürsten-Areal: Zukunft des Geländes bleibt ungewiss

Kommentar zum Hausabriss am Kurfürsten-Areal : Zukunft ungewiss

Die Abrissbagger haben in der Franzstraße das Haus mit der Nummer 6 dem Erdboden gleichgemacht. Die Zukunft des Areals der ehemaligen Kurfürsten-Brauerei bleibt unterdessen ungewiss. Es braucht mehr Transparenz, meint unser Autor.

Die Linksfraktion schwingt mit ihrem Antrag, für das Gelände der ehemaligen Kurfürsten-Brauerei ein Verfahren als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme einzuleiten, die Keule. Sonderlich erfolgversprechend ist das ebenso wenig wie der Vorstoß derzeit politisch mehrheitsfähig wäre. Das Eigentum schützt der deutsche Rechtsstaat auf besondere Weise. Die Hürden für eine Enteignung liegen hoch. Und so sehr es sicher wünschenswert wäre, in zentraler Lage Wohnraum zu schaffen: Es ist nicht erkennbar, dass das Areal zwischen Bornheimer Straße und Franzstraße so wichtig für das Allgemeinwohl wäre, dass es die Stadt dem Unternehmer Hansen gegen eine Entschädigungszahlung einfach nehmen könnte.

Ein Eigentümer muss zwar nicht öffentlich erklären, was er mit seinen Grundstücken anzufangen gedenkt, sofern er der Verkehrssicherheit Rechnung trägt. Aber im vorliegenden Fall ist die Lage seit zwei Jahrzehnten sehr unbefriedigend. Insofern sind die dünnen Informationen der Stadt, an der Franzstraße würden Wohnungen, Büros und Geschäfte entstehen, zumindest ein Anfang.

Doch bleibt die Frage offen, was mit dem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück in den kommenden Jahren passieren soll. Es verfügt über üppige Freiflächen, die zu guten Teilen als Parkplätze genutzt werden. Leerstände soll es ebenfalls geben. Das frühere Kesselhaus der Brauerei ist von außen verbarrikadiert. Wenn wenigstens eine Auskunft des Investors zu bekommen wäre, ob er sich die freien Flächen für die mögliche Erweiterung des Computer-Unternehmens H & G oder andere Unternehmen offen reserviert. Das Vorhalten von Grundstücken für einen Ausbau von ebenfalls kaum in Innenstadtlage zu findenden Gewerbeflächen wäre verständlich. Die Informationen fließen aber so spärlich bis gar nicht, dass die künftige Entwicklung nicht abzulesen ist.