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Kommentar zum 1. FC Köln: Hilfe für Horn

Kommentar zum 1. FC Köln : Hilfe für Horn

FC-Torwart Timo Horn steht nach seinem folgenschweren Patzer beim 0:1 in Bielefeld erneut in der Kritik. Martin Sauerborn glaubt, dass zu viel Unterstützung für den Schlussmann seitens der Kölner Verantwortlichen kontraproduktiv wäre.

In der Analyse gab es keine zwei Meinungen. Das entscheidende Tor in Bielefeld ging auf die Kappe von Torwart Timo Horn. Nicht nur – weil einem Gegentor meist eine Fehlerkette voraus geht –, aber eben doch zum größten Teil. Winkel, Schuss-Performance und kurzes Eck: So ein Tor darf niemals fallen. Das krumme Ding des Joan Simbun Edmundsson zeigte schonungslos auf, dass Horn Hilfe im mentalen Bereich benötigt. Zum wiederholten Mal verlor der FC-Keeper das Gefühl für den Raum und zögerte beim Rauslaufen. Als wisse er nicht genau, was er wolle. Seine Verunsicherung drückt er auch aus, indem er oft schon reagiert, bevor es eine Aktion gibt, auf die er reagieren könnte. Nur deshalb konnte der Ball des Fähringers den Weg ins Tor finden. Es bleibt ein Rätsel, warum sich der 27-Jährige trotz passabler Vorbereitung, motivierender Konkurrenz durch Ron-Robert Zieler und der Rückendeckung der sportlichen Leitung nicht aus dem Strudel seiner Verunsicherung und Rückwärtsentwicklung befreien kann.

Horst Heldt hat recht, wenn er sagt, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. Aber eine Mannschaft besteht eben auch aus Einzelnen, deren Leistung sich auf das Gesamtgefüge auswirkt. Es wird Horn nicht helfen, wenn er weiter öffentlich angezählt und in den sozialen Netzwerken auf persönlicher Ebene unmenschlich attackiert wird. Es hilft ihm aber ebenso wenig, wenn die sportliche Führung den Schutzschirm so weit ausbreitet, dass das Eigengewächs sich nach jedem Fehler darunter verstecken kann. Am Ende zählt auch bei einem verdienten Spieler wie Horn das Leistungsprinzip. Für das Derby muss dort der Maßstab liegen.