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Kommentar zur Fachkräfteeinwanderung in NRW: Hohes Potenzial

Kommentar zur Fachkräfteeinwanderung in NRW : Hohes Potenzial

Es ist fast eine Ironie der Geschichte, dass nun eine schwarz-gelbe Landesregierung in Sachen Fachkräfteeinwanderung Tempo macht. Die Stadt Bonn kann dabei nur profitieren, wenn die neue Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung von NRW in räumlicher Nähe zu einschlägigen Behörden des Bundes angesiedelt ist, meint die Autorin.

Es hat 20 Jahre gedauert, bis sich Deutschland zu einem modernen Einwanderungsgesetz durchgerungen hat. Denn dass Unternehmen hierzulande ihren Personalbedarf nicht ohne ausländische Fachkräfte werden decken können, prognostizieren Demografieforscher bereits seit Jahrzehnten. Es waren die Unionsparteien, die die größten Bremser in dieser Hinsicht waren.

Kamen zunächst IT-Spezialisten über die Bluecard aus Indien, dann Pflegekräfte von den Philippinen, suchen heute selbst Handwerksbetriebe verzweifelt nach Mitarbeitern. Viele finden sie in den vor Krieg und Armut geflüchteten Menschen, die allerdings erst nach einigen Jahren Deutschunterricht Chancen auf einen attraktiven Arbeitsplatz haben. Mit diesen machen die Arbeitgeber aber dann in der Regel gute Erfahrungen.

Es ist fast eine Ironie der Geschichte, dass nun eine schwarz-gelbe Landesregierung in Sachen Fachkräfteeinwanderung Tempo macht. Die Stadt Bonn kann dabei nur profitieren, wenn die neue Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung von NRW in räumlicher Nähe zu einschlägigen Behörden des Bundes angesiedelt ist.

Natürlich muss sie erst einmal beweisen, dass sie wirklich die Visagewährung so erfolgreich vorantreiben kann wie versprochen. Die schleppenden Verfahren, die sich ein Jahr hinziehen konnten, sind für die betroffenen Arbeitnehmer wie für die Arbeitgeber unzumutbar und hemmen in den Unternehmen wichtige Projekte. Wenn NRW hier Vorbild würde für andere Bundesländer, hat das auch hohes wirtschaftliches Potenzial.