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Kommentar zum Rotter See: Kein Lob für Notwendiges

Kommentar zum Rotter See : Kein Lob für Notwendiges

Die Stadt Troisdorf hat mit einem Maßnahmenpaket auf den Tot zweier Badegäste im Rotter See reagiert. Ein wichtiger Schritt, meint unsere Autorin Annika Schmidt. Allerdings hat der Schritt einen großen Makel.

Eine Badeaufsicht an Wochenenden, ein Alkohol- und Glasverbot rund um den See, sowie der Einsatz einer Rettungsdrohne und die mögliche Etablierung eines Schwimmbereichs – man kann nicht sagen die Stadt Troisdorf würde das Problem am Rotter See nicht ernst nehmen. Was man aber sagen kann: Es wurde höchste Zeit dafür. Nach zwei Badetoten alleine zu Sommerbeginn dieses Jahres und weiteren Badetoten in den vergangenen Jahren ist das Problem am Rotter See schon lange kein neues mehr. Doch die Stadt nahm die Situation nicht ernst. Jedes Jahr ertrank wieder ein Mensch und es geschah nichts. Das erst eine 18-jährige Anwohnerin eine Petition starten musste, damit endlich etwas passiert, ist eine traurige Tatsache.

Sicher, die meisten Badeunfälle im Rotter See geschahen aufgrund von leichtsinnigen Handlungen der Menschen selbst. Doch dies als Entschuldigung für jahrelange Inaktivität seitens der Stadt in dem Fall zu nehmen, ist nicht richtig. Es geht hier nicht nur um die Menschen, die aufgrund ihres leichtsinnigen Handelns ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten und mit dem Tod bezahlten, es geht auch um die Menschen, die Zeuge dessen werden mussten und die Opfer bergen mussten. Sie leiden auch unter den Vorfällen der vergangenen Wochen.

Das von der Stadt Troisdorf jetzt vorgestellte Konzeptpapier ist richtig, überraschen tut es jedoch nicht. Auch darf kein Lob oder Beifall für etwas erwartet werden, das schon viel früher hätte passieren müssen. Viel eher könnte man der Stadt danken, dass sie endlich handelt, nachdem nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Hilfsorganisationen selbst Handlung gefordert hatten. Doch selbst dieser Dank hat angesichts der Vorgeschichte einen faden Beigeschmack.