Blitzmarathon Keine Abzocke

Der Blitzmarathon kommt jedes Jahr so zuverlässig wie Weihnachten und Ostern. Genauso zuverlässig melden sich die Kritiker der Verkehrskontrolle zu Wort.

Die verteilten Knöllchen seien "reine Abzocke" (Bund der Steuerzahler), die Polizei solle in der Zeit lieber Einbrecher fangen (Bund Deutscher Kriminalbeamter), die NRW-CDU bezeichnet die - europaweite - Aktion gegen Raser gar als PR-Gag des SPD-geführten Düsseldorfer Innenministeriums.

Bei 3350 Verkehrstoten in Deutschland im vergangenen Jahr muten diese Argumente reichlich schal an. Zu schnelles Fahren ist als Unfallursache unter Experten unumstritten. Gegen Verkehrsrowdys helfen nur Kontrollen und saftige Geldstrafen. Wer häufig mit dem Auto unterwegs ist, kennt all die Drängler, Rechtsüberholer, Blinkmuffel und Handynachrichten-Schreiber am Steuer, die das Leben ihrer Mitmenschen leichtfertig aufs Spiel setzen.

Für sie reicht kein jährlicher Blitzmarathon: Es wären vor allem auf den Autobahnen deutlich mehr Verkehrskontrollen und abschreckendere Bußgelder notwendig. Im internationalen Vergleich kommen Raser in Deutschland vergleichsweise günstig davon. Wenn künftig regelmäßigere Verkehrskontrollen durch die zusätzlichen Bußgeld-Einnahmen finanziert würden, hätte auch die Polizei mehr Zeit für ihre sonstigen Aufgaben.

Mit Abzocke hat das nichts zu tun. Wer sich an die Regeln hält, braucht auch keine Strafe zu zahlen. Das gilt für den Straßenverkehr genau wie in anderen Rechtslagen. Nicht trotz, sondern wegen der Blitzer: Gute Fahrt!

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