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Kommentar zum Treffen der Modellstädte in Bonn: Kleine Schritte

Kommentar zum Treffen der Modellstädte in Bonn : Kleine Schritte

Mit einer Revolutionierung des Straßenverkehrs in Bonn ist trotz einiger umweltpolitischen Ideen wohl vorerst nicht zu rechnen, kommentiert GA-Redakteur Rüdiger Franz.

Gleich zwei Mal in 24 Stunden steht Bonn im Zentrum umweltpolitischer Weichenstellungen. An diesem Dienstag entscheidet das Bundesverwaltungsgericht darüber, ob Fahrverbote zur Schadstoffreduzierung auf bestimmten Strecken auch hier verhängt werden können.

Überhöhte Schadstoffwerte an Reuter- und Bornheimer Straße waren auch der Anlass für die Aufnahme Bonns in den Kreis der fünf Modellstädte, deren Vertreter sich am Montag im Umweltministerium trafen.

Wer von einem der beiden Ereignisstränge eine Revolutionierung des Straßenverkehrs erwartet, der hat bei den ersten Meldungen über die Modellstädte womöglich auch geglaubt, er müsse in Bonn für Bus und Bahn demnächst kein Geld mehr ausgeben.

Doch kein Gratis-ÖNPV

Dass nun allerdings offenbar keine der fünf Städte die Testversion für Gratis-ÖPNV mimen will, überrascht dann doch etwas. Womöglich wird es für die Bundesregierung gar nicht so einfach, die zugesagten Mittel loszuwerden.

In jedem Fall bleiben kleinere Versuchsschritte die wahrscheinlichere Variante als der große Wurf. Entsprechend gespannt darf man auf die weiteren Ideen sein, die der Kreis der Modellstädte noch hervorbringen wird. Keine gute Idee werde am Geld scheitern, sagte dazu jetzt ein Staatssekretär. Am Geld der Steuerzahler, möchte man ergänzen.

Und die lassen sich gern inhaltlich überzeugen. Von der Qualität der Vorschläge dürfte es mithin abhängen, ob die Modellstädte als Innovationsschmiede wahrgenommen werden oder doch nur als Feigenblatt der Bundesregierung gegenüber der EU. Es bleibt interessant.