Kleine Waffenscheine in Bonn Trügerische Sicherheit

Meinung | Bonn · Offensichtlich fühlen sich immer mehr Menschen abends auf den Straßen auch in Bonn nicht mehr sicher. Ob aber das Mitführen von Gas- und Schreckschusswaffen hilft, sich im Falle eines Falles besser wehren zu können, da ist GA-Redakteurin Lisa Inhoffen eher skeptisch.

Für viele Menschen ist der Hofgarten mit Umgebung vor allem abends in der Dunkelheit inzwischen zu einem Angstraum geworden.

Für viele Menschen ist der Hofgarten mit Umgebung vor allem abends in der Dunkelheit inzwischen zu einem Angstraum geworden.

Foto: Nicolas Ottersbach

Die meisten von uns kennen sicher das Unwohlsein, wenn man abends in der Dunkelheit auf der Straße unterwegs und kein Mensch weit und breit in Sicht ist. Vor allem der Hofgarten, das Rheinufer oder Tiefgaragen sind für viele Menschen sogenannte Angsträume. Entsprechenden Studien zufolge sind vor allem Frauen vom Gefühl von Unsicherheit in der Öffentlichkeit betroffen. Somit verwundert es nicht, dass offensichtlich auch immer mehr Frauen sich für den Besitz von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, also SRS-Waffen, interessieren, wie Mitarbeiter eines Bad Godesberger Jagdausrüsters berichten. Aber auch insgesamt ist die Zahl der Anträge für den Kleinen Waffenschein in Bonn gestiegen, den man für das Mitführen der SRS-Waffen benötigt. Sie hat sich seit 2016 sogar verdreifacht. Allerdings: Ob diese SRS-Waffen im Falle eines Falles dem Betroffenen wirklich helfen? Da ist Skepsis geboten. Jedenfalls klingen die Warnungen der Polizei plausibel, dass diese Waffen schnell wie ein Bumerang wirken und sie am Ende nur noch größeren Schaden anrichten könnten.