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Kommentar: Kölner Messe "Kind+Jugend" - Nur das Beste fürs Kind

Kommentar : Kölner Messe "Kind+Jugend" - Nur das Beste fürs Kind

Die zahllosen Angebote der 1014 Anbieter aus 45 Ländern auf der Kölner Messe "Kind+Jugend" sind eine Herausforderung für junge Eltern - vor allem für deren Budget.

Rosa Prinzessinnenbettchen mit Plüsch-Erbse, wiederverwertbare Kinderwagen, elektrisches Muttermilch-Messgerät: Das Ende der Fahnenstange bei Produkten rund ums Kind ist offenbar noch lange nicht erreicht.

Die zahllosen Angebote der 1014 Anbieter aus 45 Ländern auf der Kölner Messe "Kind+Jugend" sind eine Herausforderung für junge Eltern - vor allem für deren Budget. Aber Mama und Papa lassen sich nicht lumpen. 2012 gaben Eltern 2,3 Milliarden Euro - 1131 Euro pro Kind - für ihre Sprösslinge bis zum dritten Lebensjahr aus. Und die Branche ist optimistisch. Auch angesichts überaus spendabler Großeltern.

Kein Wunder: Kinder sind heute beinahe singuläre Ereignisse, da ist das Beste und Neueste gerade gut genug. Dabei ist es meist gleichgültig, ob das Kind wirklich mehr Freude hat oder sich besser entwickelt als der kleine Nachbar. Entscheidend ist das gute Gefühl der Eltern, für ihr Kind zumindest das materiell Beste getan zu haben. Und das darf kosten.

Ein Dreirad mit abnehmbarem Eimerchen, Möbel mit Ultra-Sicherheitsstandard, ein Buggy mit Extra-Bremsen: Man fragt sich, wie Generationen von Kindern ohne all diese kostspieligen, vermeintlichen "Must haves" auch nur ansatzweise gedeihen konnten. Aber es soll sie tatsächlich geben: Kinder, die ohne materiellen Schnickschnack topfit und quietschvergnügt das Erwachsenenalter erreicht haben.