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Kommentar zum wachsenden Druck auf Huawei

Kommentar zu Huawei : Negative Erfahrungen

Schließlich darf man schon mal fragen, wer in Handelsfragen eigentlich der verlässlichere Partner ist – die USA oder China? Seit Donald Trump ist die Antwort keineswegs mehr eindeutig, meint unser Autor Mischa Erhardt.

Die Vorwürfe der US-Regierung gegen Huawei variieren im Grunde ein wiederkehrendes Thema: China übervorteilt ständig seine Handelspartner, und dabei ist der Regierung quasi jedes Mittel recht. Man kann und muss die diktatorischen Machthaber in Peking wegen Vielem kritisieren. In diesem Fall aber ist den europäischen Regierungen zu raten, nicht einfach in den Chor einzustimmen. Als erstes müsste man nämlich Hinweise finden, dass Huawei wirklich Hintertüren in seine Mobilfunknetze einbaut. Bislang gibt es diese Beweise aber nicht.

Zweitens würde der Aufbau von 5G deutlich länger dauern und teurer werden ohne die Chinesen. Man kann bereit sein, diesen Weg zu gehen, wenn man Huawei nicht vertraut. Ein schneller Ausbau zu den kalkulierten Kosten ohne den Konzern ist nicht möglich. Drittens kann und sollte man Sicherheitsstandards überprüfbar festlegen und drastische Konsequenzen festlegen, sollte sich das beauftragte Unternehmen nicht daran halten.

Das ist im Fall von Datensicherheit besonders wichtig und sollte immer gelten – egal für welche Konzerne. Schließlich darf man schon mal fragen, wer in Handelsfragen eigentlich der verlässlichere Partner ist – die USA oder China? Seit Donald Trump ist die Antwort keineswegs mehr eindeutig.Denn negative Erfahrungen gibt es zuhauf. Etwa der NSA-Überwachungsskandal. Oder die jüngsten Enthüllungen einiger Medien. Demnach haben CIA und Bundesnachrichtendienst über Hintertüren in Verschlüsselungstechnologien über Jahre die Kommunikation von rund 100 Staaten ausgespäht.