Kommentar zur Situation von Julian Assange Ein gefährlicher Präzedenzfall

Meinung | London · Bei dem Rechtsstreit um das Schicksal von Julian Assange handelt es sich zweifelsohne um einen Fall mit großer politischer Tragweite. Würde er in den Vereinigten Staaten verurteilt, hätte dies Auswirkungen auf die Zukunft des Journalismus weltweit.

 Der Künstler Kaya Mar hält sein Gemälde von Julian Assange hoch, während Demonstranten vor dem Royal Courts of Justice Transparente halten.

Der Künstler Kaya Mar hält sein Gemälde von Julian Assange hoch, während Demonstranten vor dem Royal Courts of Justice Transparente halten.

Foto: dpa/Kirsty Wigglesworth

Was passiert mit Menschen, die unbequeme Wahrheiten aussprechen und etwas wagen? Diese Frage beherrscht seit dem Tod des russischen Oppositionellen Alexei Nawalny die Debatten. Julian Assange hat ebenfalls einen hohen Preis bezahlt. Der Wikileaks-Gründer sitzt seit knapp fünf Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis in London und leidet. Dabei sind die beiden Fälle nur sehr bedingt vergleichbar sind. Nawalny war ein Politiker, Assange ein Aktivist; der eine sah sich der gnadenlosen Willkür des Kremlchefs ausgesetzt, im anderen Fall wird vor Gericht verhandelt und dem 52-Jährigen droht maximal eine lange Gefängnisstrafe.