Kommentar Konsumklima - Auf solider Basis

FRANKFURT · Ist es nun Sparfrust oder eher wachsende Kauflust, die die Deutschen an die Ladenkassen treibt? Minizinsen lassen den Frust zwar als wahrscheinlichen Motor plausibel erscheinen.

Mehr Gründe sprechen aber für andere Ursachen des guten Konsumklimas. Die Deutschen sind wohlhabender geworden.

So haben die gefallenen Ölpreise die Kaufkraft deutlich erhöht. Dieser Effekt wird sich noch verstärken, da der bislang milde Winter auch noch vielen Mietern bei der Heizkostenabrechnung einige Rückerstattungen in die Kasse spülen dürfte. Was nicht vertankt oder verheizt wird, kann anderweitig ausgegeben werden.

Außerdem verdienen die Deutschen mehr Geld, und auch das ist ein Trend, der sich fortsetzen sollte. Der Arbeitsmarkt brummt. Dieser Februar war der stärkste seit 1991. Auch wenn dieser Vergleich wegen der Hartz-IV-Reformen ganz erheblich hinkt, so können sich mehr Menschen als vor Jahresfrist ihrer Jobs sicher sein. Auch das hebt die Konsumlaune.

In den vergangenen Jahren war das Konsumklima eher skeptisch betrachtet worden, weil die Kassen in den Geschäften nicht so recht klingeln wollten, auch wenn es sich aufhellte. Das hat sich geändert. Der Konsum hat im vergangenen Jahr seine Stützkraft für die deutsche Konjunktur weiter entfaltet, was ein sehr gutes Zeichen ist, denn die Wachstumsimpulse vom Export fielen eher schwach aus.

Mit dem erstarkten Konsumenten stellt sich die deutsche Wirtschaft auf eine solidere, breitere Basis. Die Konjunktur wird damit insgesamt robuster und weniger krisenanfällig.