Griechenland Krise mit Fortsetzung

Brüssel · Die Sorgen um Griechenland sind nicht wieder da, sie waren nie weg. Einmal mehr können angesetzte Prüftermine nicht eingehalten, müssen Auszahlungen der nächsten Raten aus dem Hilfspaket erkämpft werden.

Auch wenn man Premier Alexis Tsipras zubilligen muss, dass der - von ihm provozierte - Wahlkampf Zeit kostete, wurde die Reformliste längst nicht so weit abgearbeitet, wie die Geldgeber dies festgelegt hatten. Da passt die Drohung des Internationalen Währungsfonds ins Bild, aus der Sanierung des Landes auszusteigen, weil die Euro-Partner sich einem öffentlichen Schuldenschnitt verweigern.

Der Fonds wurde und wird gebraucht - nicht nur als Aushängeschild für die Seriosität der Operation, sondern auch, weil er jene drakonische Härte zeigen kann, die für die Währungsunion gar nicht möglich wäre. Das betrifft auch die Forderung nach einem Schuldenverzicht, die der IWF zwar erhebt, aber sich selbst nicht meint. Madame Lagarde hat weniger das gesamte Gefüge der Rettung Griechenlands im Sinn als ihre eigene Wiederwahl 2016.

Dieses Gezerre bringt aber weder die Hellenen selbst noch die Geldgeber weiter. Längst hätte man in Brüssel, in Luxemburg und in den beteiligten Regierungshauptstädten Schritte zur Restrukturierung der Schulden beschließen können. Ein Schnitt ist politisch fast nicht durchzusetzen, noch längere Laufzeiten und erneut gesenkte Zinsen hätten einen vergleichbaren Effekt. Aber die Euro-Familie reagiert noch immer so, als wolle sie das zunächst störrische Mitglied für seinen Ungehorsam bestrafen. Das hilft niemandem.