Kommentar zu Giorgia Meloni Die Wirklichkeit hat die italienische Rechte in die Schranken gewiesen

Meinung | Rom · Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat bei den EU-Staaten trotz ihrer postfaschistischen Vergangenheit an Anerkennung und in ihrer Heimat sogar an Zustimmung gewonnen. In der Innenpolitik ist sie bislang aber vieles schuldig geblieben.

  Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Foto: dpa/Andrew Medichini

Italien ist ein politisches Labor. Hier entstand der Faschismus, den sich später Hitler zueigen machte. Hier kämpften die Roten Brigaden in den 1970er Jahren mit blinder Gewalt gegen den Staat, so wie es wenig später die RAF in Deutschland versuchte. 1994 kam mit Silvio Berlusconi der erste europäische Populist an die Macht. Die Fünf-Sterne-Bewegung um Beppe Grillo brachte die Illusion von Basisdemokratie ins Land. Und seit einem Jahr regiert nun die Postfaschistin Giorgia Meloni in Rom. Meloni wurde als „gefährlichste Frau Europas“ bezeichnet. Kann man derzeit in Italien beobachten, was demnächst auch anderswo blüht?