Zur Einbruchskriminalität Mit Sicherheit

Düsseldorf · Jeder Dritte fühlt sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Wohnungseinbrüche lösen eben nicht nur materielle Schäden aus: Sie sind auch Gift für das Sicherheitsgefühl der Bürger und führen bei Geschädigten häufig zu psychischen Belastungen.

Einbrüche in Wohnungen sind keine Bagatell-Kriminalität. Internationale Banden aus Osteuropa haben das "reiche" Deutschland längst als leichtes Operationsfeld entdeckt. Kaum Einbruchssicherungen, leichte Beute, zu wenig Kontrollen auf Autobahnen und an Grenzen.

Und wer doch erwischt wird, kann im Regelfall auf eine mildtätige Justiz hoffen. Nicht selten werden Einbrecher mit festem Wohnsitz als nicht registrierte Ersttäter auf freien Fuß gesetzt. Da profitieren dann auch eifrige Serieneinbrecher von der seit Jahren viel zu niedrigen Aufklärungsquote.

Der Bund will mit Steueranreizen den Einbau von Einbruchsicherungen in Häusern fördern. Gut gemeint, aber hilft das auch? Profi-Einbrecher lassen sich von Alarmanlagen und stabilen Fensterrahmen nicht schrecken. Besser angelegt wären die Steuermillionen, wenn mehr Polizei zur Kontrolle und Aufklärung eingesetzt würde. --

Dass der Wohnungseinbruch in vielen NRW-Großstädten der am stärksten wachsende Kriminalitätsbereich wurde, ist eine Bankrotterklärung. Der Wegfall der Grenzkontrollen in Europa war politisch gewollt: Das darf aber nicht bedeuten, dass internationale Diebesbanden bei uns ohne großes Berufsrisiko ihren kriminellen Geschäften nachgehen können. Sicherheit gehört zu den politischen Kernbereichen, die der Bürger vom Staat erwartet.

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