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Kommentar zur Wasserstofftechnologie: Mut zu Wasserstoff

Kommentar zur Wasserstofftechnologie : Mut zu Wasserstoff

Niemand kann von der Regierung verlangen, immer die Weichen richtig zu stellen. Man kann es ihr nur vorwerfen, wenn sie Chancen nicht erkennt und den Moment für Weichenstellungen verpasst.

Der Bundeswirtschaftsminister bringt mehr und mehr deutsche Unternehmen durch sanften Druck auf Kurs in Richtung der Wasserstoffwirtschaft. Die Firmen verlassen sich darauf, dass seine Förderzusagen langfristig gemeint sind und investieren in entsprechende Technik. Angesichts bekannter Nacheile der Wasserstofftechnik wächst da die Sorge, die deutsche Volkswirtschaft versenke Milliarden in ein aussichtsloses Unterfangen.

 Doch das ist zu kurz gedacht. Niemand weiß, welche Technik sich künftig durchsetzt – und Peter Altmaier wäre der letzte, der behauptet, hier allwissend zu sein. Doch Deutschland muss technisch am Ball bleiben. Dazu gehört es, sich Chancen und Optionen offenzuhalten. Vieles deutet darauf hin, dass Wasserstoff für die echte Energiewende unverzichtbar ist.

 Chinas wirtschaftliche Erfolge haben in den vergangenen Jahrzehnten weltweit Bewunderung geweckt. Dabei diktiert der Staat dort eigentlich viel zu viel. Was China rettet, ist die Strategie, viele Versuchsprojekte gleichzeitig zu fahren. In einer reichen Volkswirtschaft sind dafür allemal genug Ressourcen vorhanden. Was hierzulande übersehen wird: Den auffälligen Erfolgen der Chinesen steht eine Vielzahl von gescheiterten Versuchen gegenüber. In Deutschland fehlt es dagegen am Mut zum Irrtum. Niemand kann von der Regierung verlangen, immer die Weichen richtig zu stellen. Man kann es ihr nur vorwerfen, wenn sie Chancen nicht erkennt und den Moment für Weichenstellungen verpasst.