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Kommentar zum Grundwasser-Nitratgehalt: Noch ein weiter Weg

Kommentar zum Grundwasser-Nitratgehalt : Noch ein weiter Weg

Welche Maßnahmen helfen, den Nitratgehalt im Grundwasser in den Böden des Vorgebirges zu reduzieren. Für GA-Redakteur Sven Westbrock wird man dazu einen langen Atem benötigen.

Ist das jetzt Grund zur Freude? Einerseits: Im Vergleich zur Situation vor zwei Jahrzehnten hat sich die Nitratbelastung im Grundwasser des Vorgebirges teilweise halbiert. Andererseits: Mit 100 Milligramm pro Liter liegt sie mitunter noch beim Doppelten des Grenzwerts. Setzt sich die Entwicklung mit der gleichen Geschwindigkeit fort, dauert es noch eine ganze Weile, bis man wirklich zufrieden sein kann. So gilt es, weiter auf moderne Technik zu setzen – für ein möglichst gezieltes Düngen. Besonders interessant sind Kreislaufsysteme, wie sie Markus Schwarz auf seinem Hof schon beim Anbau von Erdbeeren einsetzt.

Mit Technik allein lässt sich die Situation allerdings nicht in den Griff bekommen. Viel mehr müssen die Böden der Landwirte regenerieren können. Da muss es auch mal möglich sein, ein Feld ein Jahr brachliegen zu lassen. Und zwar ohne, dass der Landwirt finanziell in Not gerät. Neben den Lebensmittelhändlern sind an dieser Stelle vor allem wir als Verbraucher gefragt. Es liegt an uns, mehr Nachfrage für Gemüse mit vermeintlichen Makeln zu schaffen. Zum Beispiel für Salat, der vielleicht nicht ganz so grün ist, dafür aber weniger gedüngt wurde. Doch bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg. Für Freude ist es jedenfalls zu früh.