Kommentar NRW-Kritik an Merkel - Laschet legt die Lunte

Pünktlich zum Ferienende meldet sich der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet mit einer Breitseite gegen Angela Merkel und die Wirtschaftspolitik der CDU zu Wort. Das liest sich gut, ist aber leider nicht wirklich durchdacht.

Klar hat Laschet recht, wenn er die Energiepolitik seiner Partei attackiert. Wer Planzahlen für 2050 über die regenerativen Energien verbreitet, demonstriert damit und mit der bisher exorbitanten Subventionierung der Solarenergie ein gehöriges Maß an planwirtschaftlichem Denken.

Das genau wäre es, was man der Union bei ihrem Energiewendekurs vorwerfen könnte. Aber Laschet vermengt das mit der Unsicherheit über den Euro - und damit hat das Energiewendemanöver und die Frage seiner Erfolgsaussichten nur wenig zu tun.

Ganz übel wird es, wenn der Chef der NRW-CDU versucht, Ökologie gegen Ökonomie auszuspielen. Dass Norbert Röttgen besser beraten gewesen wäre, eine Experten- anstelle einer Ethik-Runde zur Energiewende zusammenzurufen, weiß er heute selbst. Aber jetzt eine Ethikkommission zum Erhalt von Industriearbeitsplätzen zu fordern, ist pure Polemik.

Da war die CDU schon mal weiter. Sie arbeitet - das gilt gerade auch für Laschet-Vorgänger Röttgen - an einer intelligenten Vermittlung von Ökologie und Ökonomie. Und der arbeitsplatzschaffende Charakter guter Öko-Politik ist ja keine Mär, sondern gute Realität. Eine Mär ist es dagegen, dass in der Union eine "Öko-Überheblichkeit" Platz gegriffen hat. Eher ist es so, dass da eine Partei ihren Kurs sucht - und der größte Landesverband mit ihr.

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