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Kommentar zur Maskenpflicht: Ohne Nebenwirkungen

Kommentar zur Maskenpflicht : Ohne Nebenwirkungen

Die Maskenpflicht kommt nun auch in Nordrhein-Westfalen – nach wochenlanger Diskussion. Es wurde Zeit. Nationale Besserwisserei ist in diesem Fall besonders unangebracht, kommentiert unsere Autorin.

Am Ende blieb Lockerungs-Advokat Armin Laschet wohl nichts mehr anderes übrig: Die Maskenpflicht kommt auch in NRW, nachdem mehrere andere Bundesländer die Richtung vorgegeben haben und der Druck aus den Kommunen zu einem solchen Schritt gewachsen ist. Es ist ein richtiger Schritt.

Nach wochenlangen Diskussionen über den Mundschutz hat sich in der Wissenschaft eine Mehrheitsmeinung herauskristallisiert, dass auch sogenannte Alltagsmasken die Gefahr verringern können, das Gegenüber etwa beim Reden anzustecken. Niedrigere Übertragungungsraten in asiatischen Ländern und in Jena, der ersten deutschen Stadt mit Tragepflicht, zeigen ebenfalls: Masken sind offenbar doch mehr als Symbolpolitik.

Der Mundschutz hilft ohne Nebenwirkungen: Er schadet weder der Wirtschaft noch seinem Träger. Wer auf selbstgenähte Modelle zurückgreift, braucht sich auch keine Sorgen zu machen, den medizinischen Profis das Arbeitsmaterial wegzunehmen.

Dass die Bürger nicht verstärkt freiwillig zur Maske griffen, können sich Politik und einige Wissenschaftler selbst zuschreiben. In den Anfangszeiten der Pandemie wurde dieses vergleichsweise simple Schutzmittel voreilig und überheblich als sinnloser Mummenschanz der vermeintlichen Einheitsgesellschaften Asiens abgetan. Als sei uns europäischen Individualisten die Maske nicht zuzumuten. Jetzt ist sie es plötzlich doch. Die Erkenntnisse über das Coronavirus und seine Übertragung verändern sich täglich. Nationale Besserwisserei ist in diesem Fall besonders unangebracht.

Die Masken werden auch in Nordrhein-Westfalen das Coronavirus nicht ausrotten. Aber jeder Mensch, der sich deswegen im Supermarkt nicht mit dem Virus infiziert, ist ein Gewinn.