Kommentar Preis der Freiheit - IS-Terror und Europa

Bislang wirkten die Terroristen des Islamischen Staates (IS) wie eine furchterregende wilde Horde, die ihre Gräueltaten weit weg von Europa beging.

Auch wenn die Islamisten aus Syrien und dem Irak bis nahe an die türkische Grenze heranrückten, war das der weit verbreitete Eindruck. Mit ihrem Vormarsch in Libyen hat sich die Lage verändert. Der organisierte Terror steht vor den Toren Europas. Italien ist als direkter Mittelmeeranrainer unmittelbar betroffen.

Das zeigen die täglich von der libyschen Küste ablegenden Flüchtlingsboote, die die Insel Lampedusa erreichen. Tripolis ist so weit entfernt von Sizilien wie Frankfurt von München. Worte und Taten der IS-Schlächter lassen keinen Zweifel an den Absichten der Terroristen. Mit Horrortaten wollen sie Schrecken verbreiten. Es ist ihnen ernst, wenn sie davon reden, jetzt südlich der italienischen Hauptstadt zu stehen. Rom ist dabei das Symbol für den christlich geprägten Westen.

Dieser Westen ist nun zu einer eindeutigen Reaktion herausgefordert. Die Luftangriffe Ägyptens auf die IS-Stellungen sind dabei nur die Antwort auf die brutale Ermordung der 21 koptischen Geiseln. Das Dilemma hat die gewaltsame Beseitigung des Gaddafi-Regimes gezeigt, die sich im Nachhinein als Fehler entpuppt.

Mit Bomben aus der Luft sind Frieden und Sicherheit nicht zu gewinnen. Da dem Terror mit Diplomatie nicht beizukommen ist, könnte nun die Entsendung westlicher Soldaten nach Libyen im Rahmen einer UN-Operation notwendig sein. Mit allen dramatischen Konsequenzen dieser Entscheidung.

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