1. Meinung
  2. Kommentare

Kommentar zum Schulstart mit Präsenzunterricht: Regelbetrieb sichern

Kommentar zum Schulstart mit Präsenzunterricht : Regelbetrieb sichern

In Mecklenburg-Vorpommern beginnt am Montag unter Pandemie-Bedingungen das Schuljahr. Wichtig ist, alles dafür zu tun, dass es nicht wieder zum Distanzunterricht kommt, kommentiert GA-Redakteur Bernd Eyermann.

Wenn die Kinder und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern ab Montag als erste wieder zur Schule gehen, werden viele Pädagogen, Mediziner und Landesbeamte aus anderen Bundesländern Richtung Nordosten schauen. Denn läuft der Regelbetrieb dort gut an, kann es auch in den anderen Ländern gelingen. Gibt es hingegen Probleme, dann könnten Landesregierungen woanders noch nachsteuern, bevor die Schule dort wieder beginnt. Das wäre im Übrigen ein gutes Beispiel, wie Bildungsföderalismus funktionieren kann.

Viele Ideen und Konzepte für den Unterricht sind in den vergangenen Wochen entwickelt worden. So sieht der Rahmenplan der Kultusminister unter anderem regelmäßiges Reinigen und Lüften der Räume sowie Händewaschen vor. In manchen Ländern gilt eine Maskenpflicht auf Fluren und Pausenhöfen. Um allzu viele Begegnungen unter den Schülern zu vermeiden, setzen manche Länder auf zeitversetzten Unterricht oder auf feste Lerngruppen. Eines allerdings ist all diesen Vorkehrungen gemeinsam: Es bleibt unklar, ob sie ausreichen, um unter wechselnden Corona-Bedingungen einen Regelbetrieb in den Schulen durchführen zu können.

Deshalb ist es richtig, mit mehrstufigen Systemen zu planen, um auf das Infektionsgeschehen zu reagieren. Für Bayern etwa ist zuerst eine Maskenpflicht draußen vorgesehen, in Stufe zwei eine im Unterricht und danach eine Vergrößerung der Abstände zwischen den Schülern. Wichtig ist, alles dafür zu tun, dass es nicht wieder zum Distanzunterricht kommt, denn gerade die Schwächeren brauchen den Präsenzunterricht und den strukturierten Tagesablauf, um voranzukommen – übrigens auch die Möglichkeit, nachmittags unter Anleitung Dinge zu wiederholen, die sie vormittags noch nicht verstanden haben.