Rentenfinanzen: Vorsicht, Überforderung!

Allen Unkenrufen zum Trotz funktioniert die gesetzliche Alterssicherung. Die Finanzreserven steigen, weil die Konjunktur gut läuft. Wenn mehr Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, fließen mehr Beiträge in die Rentenkassen.

Die gesetzlichen Stellschrauben wirken so, dass davon in jedem Fall beide Seiten profitieren: Die Beitragszahler durch sinkende Beitragssätze, die Ruheständler durch höhere Renten. Knapp 25 Milliarden Euro an Überschüssen in der Rentenkasse klingen gleichwohl nach mehr, als es ist. In Wirklichkeit sind es nicht einmal anderthalb Monatsausgaben.

Die Rentenversicherung gibt fast so viel aus wie der Bundeshaushalt, derzeit leben 20 Millionen Rentner davon. Die Zahl der Leistungsempfänger wird in den nächsten Jahrzehnten noch zunehmen, während es immer weniger Beitragszahler geben wird, weil weniger Kinder geboren werden. Die Bevölkerung altert und schrumpft - für ein umlagefinanziertes System ein riesiges Problem. Denn es basiert darauf, dass die Aktiven das einzahlen, was den Rentnern zugute kommt.

Dieses Verhältnis verschiebt sich, und deshalb ist es richtig, dass vom nächstem Jahr an das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht wird. Wenn wir länger leben, kann die Phase des Ruhestandes sich nicht immer weiter ausdehnen. Das würde die arbeitenden Generationen überfordern, die auch die Pflegeversicherung, das Gesundheitssystem, die Kindererziehung und ihre private Alterssicherung tragen müssen. Einfach zu schultern wird das alles nicht sein.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Mehr Chance als Risiko
Kommentar zum Kroos-Comeback im DFB-Team Mehr Chance als Risiko
Wandel vorantreiben
Kommentar zu Mercedes Wandel vorantreiben
Zum Thema
Philipp Königs zum Viktoriakarree-
Geschäft
Bitteres Geschäft für die Stadt
Kommentar zum Viktoriakarree in BonnBitteres Geschäft für die Stadt
Kein rechtsfreier Raum
Kommentar zu Antisemitismus bei der Berlinale Kein rechtsfreier Raum
Aus dem Ressort